Biber und Biodiversität

Ein Landschaftsgestalter kehrt zurück 
Einzigartig im Tierreich ist die Begabung des Bibers, seinen Lebensraum aktiv seinen Bedürfnissen anzupassen. Mit den Biberdämmen schafft der Biber Teiche und Feuchtgebiete, hebt damit den Grundwasserspiegel an und verändert dadurch die Vegetation auf den betroffenen Flächen. Durch das Fällen von Bäumen im Herbst und Winter bringt er Licht und Wärme auf den Boden. So schafft er einen "Flickenteppich" unterschiedlichster Stadien der Wiederbewaldung, sogenannte Sukzessionsflächen. Gefällte und entrindete, nicht umgefallene oder in einem Biberteich überflutete und abgestorbene Bäume schaffen Totholz. Mit seinen Erdbauten und Röhren, die er in die Ufer gräbt, schafft er Angriffsflächen für Wasser und erhöht damit die Strukturvielfalt der Gewässer.

Wo der Biber aktiv ist blüht das Leben 
Alle diese Aktivitäten führen in den von Bibern besiedelten Gewässern zu einer grösseren Strukturvielfalt und zu einer höheren Dynamik, sowohl im als auch am Gewässer. Davon profitiert eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. In vom Biber gestalteten Lebensräumen kommen mehr Amphibien, Vögel, Libellen und Fischarten vor. Sowohl die Artenvielfalt als auch die Individuendichte, also die Biomasse, ist höher als in einem Gewässer ohne Biber.

Schlüsselart der Gewässer 
Mit dem Biber ist eine Schlüsselart für Landschaften in und an Gewässern zurückgekehrt. Als Schlüsselart werden Arten bezeichnet, von denen das Überleben vieler anderer Arten abhängt. Durch ihre Lebensweise prägen und regulieren sie ganze Lebensgemeinschaften.

Ein wichtiger Partner bei der Förderung und Erhaltung der Biodiversität in der Zukunft 

Der Biber kann in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten um die Gewässer in einen natürlicheren Zustand zurückzuführen. Bei der Planung von Gewässer-Revitalisierungsprojekten sollte der Biber immer von Anfang an mit einbezogen werden. Werden seine Lebensraumansprüche berücksichtigt (siehe auch Gewässerraum ) sind meistens auch die Ansprüche des revidierten Gewässerschutzgesetztes an den Gewässerraum erfüllt. Der Biber kann als Indikatorart für gute Revitalisierungsprojekte dienen. Einfach kann gesagt werden: treten nach erfolgter Revitalisierung eines Gewässers keine oder kaum Konflikte mit dem Biber auf sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen gut umgesetzt worden.  

Den Biber zu schützen bedeutet also nicht nur, eine Einzelart, 
sondern ganze Lebensgemeinschaften
 und damit die Biodiversität an Gewässern allgemein zu bewahren