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Biber und Totholz


Ein grosses Defizit an unseren Fliessgewässern ist das begradigte, befestigte und meist zu schmale Flussbett. Es fehlen bedeutsame Lebensräume für eine Vielzahl von Arten. Da wo der Biber lebt gibt es mehr Strukturen aus zum Teil noch stehendemTotholz oder von durch ins Wasser gefällte Bäume oder Treibholz. Gerade letztere Strukturen dienen vor allem Fischen als Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden. Sie werden aber auch von vielen wirbellosen Arten als Eiablageplatz verwendet. 

Mehr Fische mit dem Biber 
Untersuchungen haben gezeigt, dass in von Biber bewohnten Gewässern bis zu 80-mal mehr Fischbiomasse vorhanden ist als in biberfreien Gewässern.
Ulrich Campell sah diesen Zusammenhang schon um 1570 und war seiner Zeit diesbezüglich weit voraus. In seiner Raetiae Alpestris Topographica Descriptio schreibt er dazu folgendes:

(...) da die Biber in den Gewässern zahlreich sind, behaupten manche, die Fische würden von ihnen wie von den Ottern vertilgt, während andre das Gegenteil aufrecht erhalten, dass nämlich da eine überreiche Menge von Fischen sich finde, wo der Biber sich aufhalte (...). 


Einfluss des Bibers auf Fische

Der Einfluss des Bibers auf Fischpopulationen wird aber immer wieder heftig und kontrovers diskutiert. Die Universität von Southampton hat im Auftrag von   Scottish Natural Heritage   eine kritische  Literaturübersicht   zum Einfluss des Bibers auf Fischarten und Fischbestände allgemein zusammengestellt. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus lauten wie folgt:

  • Es wurden mehr Studien zu C. canadensis (90) als zu C. fiber (8) verfasst. 
     

Die wichtigsten positiven Einflüsse des Bibers auf Fische sind: 

  • höhere Lebensraumvielfalt,
  • mehr Lebensräume für Fortpflanzung und Überwinterung,
  • höhere Biomasse von Wirbellosen und
  • Rückzugsmöglichkeiten sowohl bei Hoch- als auch Niedrigwasser. 


Die wichtigsten negativen Einflüsse des Bibers auf Fische sind: Hindernisse für Fischwanderungen durch Dammkonstruktionen, Verlust von Laichmöglichkeiten durch erhöhte Sedimentation in Biberteichen und Verminderung vom Sauerstoffgehalt in den Biberteichen.  

  • Über alles betrachtet: Positive Einflüsse (157) wurden öfter zitiert als negative Einflüsse (102).
     
  • Der Einfluss des Bibers auf Fischpopulationen ist zeitlich und örtlich sehr unterschiedlich und unterscheidet sich sowohl innerhalb derselben Art als auch zwischen verschiedenen Fischarten. 
     
  • Eine Umfrage unter 45 nordamerikanischen und europäischen (70%) Fischspezialisten zeigte, dass sie den Gesamteinfluss des Bibers auf Fischpopulationen positiv bewerten. 
     
  • Der Einfluss des Bibers auf die Häufigkeit und die Produktivität von wandernden Salmoniden wurde als positiv eingestuft.

  • Der Einfluss von Biberdämmen auf die Wanderung von aquatischen Organismen in kleinen Gewässern wurde mehrheitlich als negativ eingestuft. 
     
  • Interessant : Mehr als die Hälfte aller als positiv bewerteter Einflüsse des Bibers auf Fischpopulationen wurde mit Untersuchungen bestätigt. Dagegen waren selbst in den wissenschaftlichen Publikationen 71 % der negativen Einflüsse rein spekulativ.