Neozoa - gebietsfremde Tierarten

Gebietsfremde Arten

Gebietsfremde Arten sind Arten, welche aufgrund der menschlichen Aktivität absichtlich (eingeführt) oder unabsichtlich (eingeschleppt) von ihrem ursprünglichen biogeographischen Verbreitungsgebiet in ein Gebiet eingebracht wurden, in welchem sie zuvor nicht vorgekommen sind. Eine Art kann also in der Schweiz in einem Gebiet heimisch sein, in einem anderen jedoch gebietsfremd. Dies ist zum Beispiel bei der Würfelnatter (natrix tessellata) der Fall, welche natürlicherweise im Tessin vorkommt, jedoch an verschiedenen Schweizer Seen nördlich der Alpen ausgesetzt wurde und dort nun gebietsfremd ist. Arten, welche sich natürlicherweise ausbreiten, auch wenn dies durch die Klimaerwärmung begünstigt wird, gelten nicht als gebietsfremd.

In der Schweiz wurden bisher rund 600 gebietsfremde Arten beobachtet. Eine systematische Überarbeitung der Liste dieser Arten ist in Arbeit.

 

Invasive gebietsfremde Arten​

Invasive gebietsfremde Arten sind gebietfremde Arten (wie oben beschrieben), welche ein hohes Ausbreitungsverhalten zeigen und welche ein grosses Schadenspotential aufweisen.

Nur ein kleiner Teil aller gebietsfremden Arten, ca. 80 an der Zahl, gelten derzeit für die Schweiz als invasiv oder potentiell invasiv. Für viele Arten ist jedoch zu wenig Information vorhanden, um eine Beurteilung der Invasivität zu erlauben.

 

Neozoamanagement

BAFU Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten

Je nach betroffener Art können verschiedene Bundesämter für die Problematik der invasiven gebietsfremden Arten zuständig sein. So kümmert sich beispielsweise das Bundesamt für Gesundheit (BAG) um Arten, welche die menschliche Gesundheit betreffen, das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist betroffen, wenn es um invasive Arten in der Landwirtschaft, dem Weinbau oder der Imkerei geht.
 
Seit 2016 gibt es eine vom Bundesamt für Umwelt ausgearbeitete Strategie zu gebietsfremden Arten, welche die verschiedenen Thematiken zusammenfasst und einheitlich behandeln soll. In der Strategie wurden Massnahmen festgelegt, welche aktuell umgesetzt werden. 
 

AGIN (Arbeitsgruppe invasiver Neobiota)

Die AGIN ist eine Arbeitsgruppe, welche die Kantone in Ihren Aufgaben rund um die Neobiota unterstützen soll. Sie erarbeiten unter anderem Merkblätter zu invasiven Arten, deren Handel und deren Bekämpfung. 

 

Kontaktperson

Stéphanie von Bergen
info fauna - Centre Suisse de Cartographie de la Faune
Tel: +41 (0)32 718 36 00
Email

Weiterführende Informationen

Beobachtungsdaten abfragen

Kartenserver info fauna - CSCF&karch
 

Listenserver info fauna - CSCF&karch