Fermer
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Rote Liste

Koordination und Projektverantwortliche

Christian Monnerat (CSCF), Email

Yves Gonseth (CSCF), Email

unter Mitarbeit von

Philippe Thorens (Neuchâtel, NE) und Thomas Walter (Agroscope Reckenholz-Tänikon ART)

 

Zusammenfassung
Im Rahmen dieses Projektes konnten bei der Überprüfung von bereits bekannten Standorten (665 km2) und der prospektiven Suche von neuen Standorten (500 km2) über 47'000 neue Datensätze generiert werden. Nicht weniger als 212'000 Daten flossen in die Analysen des Rote Liste Status der Arten ein, welche neu nach den von der IUCN vorgeschlagenen Kriterien (Version 2001) beurteilt wurden. Die Resultate wurden Ende 2007 durch das BAFU in der Schriftenreihe Umwelt unter dem Titel "Rote Liste der Heuschrecken" publiziert. Dieses Dokument ersetzt die Vorgängerversion (Thorens & Nadig in Duelli & al. 1994) für diese Artengruppe. 

Resultate (Monnerat et al. 2007 S.40-41)
Das gewählte Vorgehen zur Erarbeitung dieser neuen Roten Liste der Heuschrecken in der Schweiz basierte auf der Schätzung der Vorkommens- und Verbreitungsgebiete der Arten und ihren zeitlichen Entwicklungen und untersuchte etwas prioritär die seltenen Arten und/oder jene am Rande ihres Verbreitungsgebietes. Dies wird durch die Tatsache gestützt, dass 29 von 40 Arten der Roten Liste in der Schweiz schon immer selten waren (< 100 km2). Vor diesem Hintergrund benötigen Arten, welche aufgrund der analysierten Informationen starke Anzeichen eines Rückgangs aufweisen und/oder deren Lebensraum ausserordentlich sensibel ist - und dies unabhängig von ihrem definitiven Roten Liste Status - unsere besondere Aufmerksamkeit. Der bewiesene oder empfundene Populationsrückgang von noch häufig vorkommenden Arten, wie jene aus der Kategorie potentiell gefährdet (NT), ist eine genauso beunruhigende Tendenz wie der Rückgang von seltenen Arten. Die erhaltenen Resultate unterstreichen die grosse Verletzlichkeit der stenöken Arten in folgenden Lebensräumen:

  • Arten der Pionierlebensräume der Flussauen, wie horthippus pul­lusEpacromius tergestinusLocusta migratoriaPteronemobius lineolatus und Tetrix tuerki 
  • Arten der sekundären Pionierlebensräume (Watt, Kiesgruben, Steinbrüche, Ruderalstellen und Brachen), wie Calliptamus barbarusC. siciliae, Sphingonotus caerulans und Tetrix ceperoi;
  • Arten der Moore und Feuchtwiesen, wie Conocephalus dorsalis, C. fuscus, Chorthippus montanus, Pteronemobius heydenii  und  Stethophyma grossum; 
  • Arten der Rasen mit offenen Bodenstellen, Trockenwiesen und -weiden, wie Arcyptera fusca, Metrioptera bicolor, Oedaleus decorus, Pachytrachis striolatus, Platycleis tessel­lata, Psophus stridulus, Saga pedo, Stenobothrus stigmaticus, S. nigromaculatus, Tettigonia caudata und Uvarovitettix depressus ;
  • Waldrandarten, wie Ephippiger ephippiger diurnus und E. vicheti.

Die Erhaltung dieser Arten hängt von geeigneten Pflegemassnahmen oder einer angepassten Bewirtschaftung der besiedelten Lebensräume ab (s. Kapitel "Empfehlungen") sowie insbesondere von den Biotopen, welche in Objekten von nationaler oder kantonaler Bedeutung liegen. Dennoch gibt es keine sichere Garantie, dass die Umsetzung der Massnahmen zum gewünschten Erfolg führen.