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Aktuelles aus der Schweizer Fauna

Schweizer Fauna Aktuell 2018

 


12.02.2018 - Eiablage von Lampides boeticus auf fast 1400 m im Wallis

Am 21. Juli 2017 wurde ein Weibchen mit abgenutzten Flügeln von Lampides boeticus (Geschwänzter Blasenstrauchbläuling, Grosser Wanderbläuling) auf einem unter einem Chaletdach gepflanzten Blasenstrauch (Colutea arborescens) auf 1390 m in Mayens-de-Sion (VS) beobachtet. Zwischen dem 22. Juli und dem 2. August wurden zahlreiche Eiablagen festgestellt. Ab dem 31. Juli bis zum 2. August wurde dieses Individuum von einem zweiten Weibchen begleitet, welches ebenfalls zahlreiche Eier ablegte. Es ist bemerkenswert, dass sich die Art in der Schweiz auf dieser Höhenstufe fortpflanzen kann, auch wenn keine Beweise vorliegen, dass diese Eiablagen wirklich zur Entwicklung einer neuen Population geführt haben (oder führen werden). Erwähnenswert ist auch, dass der Blasenstrauch Futterpflanze für mehrere andere Bläulingsarten ist: regelmässig für Glaucopsyche alexis (Himmelblauer Steinkleebläuling) und Cupido alcetas (Südlicher kurzschwänziger Bläuling), gelegentlich für Celastrina argiolus (Faulbaumbläuling) und Callophrys rubi (Brombeerzipfelfalter).

Emmanuel Widmann

Lampides boeticus.jpg
Ein Weibchen von Lampides boeticus, welches im 2017 auf einem Blasenstrauch auf fast 1400 m im Wallis beobachtet wurde.


02.02.2018 - Hermelinbeobachtung auf 4000 m

Am 27. August 2017 beobachtet Christian Tesini auf einer Bergtour in der Jungfrauregion zusammen mit weiteren Kollegen unterhalb des Mönchs auf 3995 m ein herumstöberndes Hermelin (Mustela erminea). Diese Beobachtung ist sehr aussergewöhnlich, weil völlig ausserhalb des angestammten Lebensraumes und weit oberhalb der bisher bekannten Höhenverbreitung. Christian Tesini schildert die Beobachtungsumstände folgendermassen: Die Hermelinbeobachtung gelang beim ersten schneelosen Abschnitt beim Abstieg vom Gipfel. Es ist offenbar ein viel genutzter Rastplatz, um nach der Gipfelbesteigung eine Pause einzulegen, oder absteigende Seilschaften vor dem eigenen Aufstieg abzuwarten. Wir haben diese Stelle beim Abstieg vom Gipfel kurz nach Mittag, bei recht verhangenem Himmel erreicht. Die Sicht war einigermassen gut. Das Tier hat sich zwischen den Felsen und in losem Geröll permanent bewegt und sich bis ca. 5 Meter genähert. Einer meiner beiden Seilschaftspartner hat das Hermelin zuerst entdeckt und sofort aufgeregt berichtet. Wir andern konnten uns dann sofort von seiner unglaublichen Beobachtung überzeugen! Ober- und unterhalb des Beobachtungsortes liegt permanent Schnee und Eis, Pflanzen habe ich keine gesehen. Längere Zeit überleben kann ein Hermelin in solchen Höhenlage nicht, da es primär an Nahrung fehlt. Zivilisatorische Abfälle reichen auch nicht. In diesem Falle kann das Verhalten wahrscheinlich mit einem temporären exploratorischen Verhalten in Verbindung gebracht werden. In der Schweiz kommt die Art regelmässig bis 2500 m in den geeigneten Lebensräumen vor. Oberhalb dieser Höhenstufe ist das Hermelin sehr viel seltener anzutreffen, werden dort doch auch ihre bevorzugten Beutetiere, die Wühlmäuse, sehr viel seltener. Auf jeden Fall eine sehr spannende Beobachtung!

S. Capt

Schweizer Fauna Aktuell 2017

 

 


23. Oktober 2017 - Erstnachweis des Gelbbindenmohrenfalter Erebia flavofasciata im Wallis

Überraschend konnte Sonja Gerber, Mitarbeiterin des Biodiversitätsmonitorings Schweiz (BDM), am 5. Juli 2017 auf der Simplon-Südseite bei Gondo ein Weibchen von Erebia flavofasciata registrieren. Die seltene Art, die in der Schweiz bisher nur aus den Kantonen Graubünden und Tessin bekannt war, ist eine Endemit der Zentralalpen (CH, I, A). Die dem neuen Fundort am nächsten gelegenen Fluggebiete befinden sich im Val Divedro und in der Valle Antigorio im benachbarten Italien. Mit 24 Vertretern der Gattung Erebia kann sich der Kanton Wallis nun alleine als der Kanton mit den meisten Mohrenfalter-Arten rühmen, gefolgt von den Kantonen Graubünden (23), Bern (22) und Tessin (21).

Markus Fluri, BDM

Erebia flavofasciata_Marent.jpg

 


19. September 2017 - Entdeckung einer Puppe des Grossen Weinschwärmers (Hippotion celerio) im Wallis

Am 04.09.2017 fand René Hoess in den Rebbergen von Lens VS eine Puppe von Hippotion celerio (Grosser Weinschwärmer). Sie lag auf dem Asphalt einer Strasse unter Detritus am Fusse einer Rebmauer. An den umliegenden Reben waren keine Frassspuren sichtbar. Der Falter schlüpfte bereits gleichentags auf der Heimreise. Dies ist der erste sichere Nachweis einer erfolgreichen Entwicklung dieser seltenen Wanderfalterart in der Schweiz. Wahrscheinlich hat sich die Art jedoch schon früher bei uns fortgepflanzt, wurde doch schon im November 1978 ein frisch geschlüpftes Tier bei Locarno gefunden, und andere Herbstfunde könnten sich ebenfalls hier entwickelt haben.

Foto Puppe Grosser Weinschwärmer (Hippotion celerio) Foto Grosser Weinschwärmer (Hippotion celerio) 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Die von René Hoess gefundene Puppe des Grossen Weinschwärmers sowie der geschlüpfte Falter. 

 


13. September 2017 - Im Frühjahr dieses Jahres wurden zwei potentiell invasive Arten zum ersten Mal in der Schweiz entdeckt

Die Asiatische Hornisse, Vespa velutina nigrithorax (Lepeletier 1836), wurde mit Warentransporten von Asien nach Europa eingeführt und im Frühjahr 2017 erstmals im Kanton Jura entdeckt, wo sie von Frankreich her eingewandert ist. Auch im Tessin liegen erwartete Eintrittspforten, da sich die asiatische Hornisse von Italien her in Richtung Norden ausbreitet.

Vespa velutina nigrithorax ernährt sich von pollentragenden Insekten, weshalb sie besonders von Imkern gefürchtet wird. Neben der Honigbiene  sind aber auch Wildbienen und andere bestäubende Insekten von den Nahrungsvorlieben der asiatischen Hornisse betroffen. Das Nest eines Volkes wird meist in Bäumen oder an Unterständen unweit über dem Grund gebaut, wo sich die tagaktive Art über Nacht zurückzieht. Die Bekämpfung erfolgt daher in der Nacht durch fachmännische Zerstörung des Nestes.

Die Arbeitsgruppe invasive Neobiota hat zusammen mit dem Bienengesundheitsdienst apiservice eine Handlungsempfehlung für das Vorgehen beim Auftreten der Asiatischen Hornisse herausgegeben  (PDF). Es hat sich herausgestellt, dass die Asiatische Hornisse öfters mit der einheimischen Hornisse (Vespa crabro, Linnaeus 1758) verwechselt wird. Die Vespa velutina nigrithorx hat jedoch ein deutlich dunkler gefärbtes Abdomen und gelbe Beine. Sie ist ausserdem tendenziell kleiner als die einheimische Hornisse.

Klicken Sie auf die Grafiken, um sie zu vergrössen

vespa_velutina.png (Asiatische Hornisse - vespa_velutina)

 

 Vespa_crabro.png (Hornisse - Vespa_crabro)

 

 

Der aus Japan stammende Japankäfer Popillia japonica (Newman 1841) wurde im Juni 2017 erstmals im Tessin, nahe der Grenze, entdeckt. Da er in Italien regional bereits verbreitet vorkommt, wurde er im Tessin erwartet und zur Früherkennung seiner Migration wurden Fallen an möglichen Eintrittspforten installiert.

Die Larven des Japankäfers ernähren sich von Wurzeln, die Adulten von Blättern und Blüten einer Vielzahl verschiedener Pflanzenarten, auch von Nutz-und Zierpflanzen. Sein Schadenspotenzial liegt daher hauptsächlich in der Landwirtschaft.

Dem Japankäfer ähnlich ist der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola, Linnaeus 1758), der auch Junikäfer genannt wird. Popillia japonica hat jedoch unverwechselbar 5 weisse Haarbüschel auf beiden Seiten und 2 auf dem Hinterteil.

Klicken Sie auf die Grafiken, um sie zu vergrössen

Popillia_japonica.png (Japankäfer - Popillia_japonica)

Phyllopertha_horticola.png (Gartenlaubkäfer - Phyllopertha_horticola)

Beobachtungen beider Arten können mit einem Foto an das Sekretariat (Email) gemeldet werden

 


27. Juni 2017 - Siebzehn seltene oder neue Holzkäferarten entdeckt

In den letzten Jahren wurde an mehreren Waldstandorten in der Schweiz nach Holzkäfern gesucht. Diese Erhebungen haben zur Publikation Liste der Emblematischen Holzkäfer (Sanchez et al, 2016) beigetragen. In einer neuen Publikation werden nun 17 bemerkenswerte Beobachtungen von Holzkäferarten besprochen, welche in der Schweiz erstmals nachgewiesen wurden oder von welchen nur wenige Fundorte bekannt waren. Die meisten Arten sind nicht nur in der Schweiz sehr selten, sondern auch in den meisten anderen Ländern, in welchen sie vorkommen. Die Mehrheit von ihnen kommt örtlich nur extrem begrenzt vor und/oder stellt besonders hohe ökologische Ansprüche. Meist haben sie eine versteckte Lebensweise und sind nicht sonderlich gross -  kein Wunder also, dass sie bis anhin noch (fast) nie in der Schweiz beobachtet wurden! 

Chittaro Y. & Sanchez A. 2017. À propos de quelques Coléoptères rares ou nouveaux pour la Suisse. Entomo Helvetica 10: 45– 53. PDF

Sanchez et al. 2016: Les Coléoptères saproxyliques emblématiques de Suisse, indicateurs de la qualité de nos forêts et milieux boisés. Mitteilungen der schweizerischen entomologischen Gesellschaft / Bulletin de la Société entomologique Suisse 2016, Vol. 89, p. 261–280.

Photos coleo rares.JPG (Photos coleo rares©A.Sanchez)

Abbildung: Habitus einiger in der Publikation von Chittaro & Sanchez (2017) kommentierten Holzkäferarten: Anthelephila pedestris, b) Cryptophilus obliteratus, c) Xylophilus corticalis, d) Plegaderus dissectus, e) Dorcatoma minor, f) Ernobius mulsanti.  Alle Fotos © A. Sanchez

 


27. Juni 2017 - Neue Käferart Isomira costessii in der Schweiz entdeckt

Im 2016 wurde im Engadin ein Individuum von Isomira costessi gefangen. Es handelt sich dabei um einen der ersten Nachweise für die Schweiz dieser bislang nur aus Österreich und Italien bekannten Art. Ein älteres Individuum aus der Schweiz wurde kürzlich von einem privaten Sammler gemeldet, aber der entsprechende Fund wurde bis anhin nie publiziert.

Die Autoren Vivien Cosandey, Yannick Chittaro und Andreas Sanchez informieren in ihrer Publikation über die Ökologie dieser neuen Art und stellen eine europäische Verbreitungskarte sowie ihrer Schwesterart I. moroi vor:

Cosandey V., Chittaro Y. & Sanchez A. 2017. Isomira costessii (Bertolini, 1868) (Coleoptera, Tenebrionidae): une nouvelle espèce pour la Suisse. Entomo Helvetica 10: 93-98. PDF

karte Isomira costessii.png

 

Isomira costessii-rotate.JPG (Isomira costessii©A.Sanchez.JPG)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte links: Verbreitungskarte von Isomira costessii. In der Schweiz ist diese Art nur von zwei Standorten im Engadin bekannt. ©info fauna CSCF&karch. 
Foto rechts: Isomira costessi ©Andreas Sanchez

 


23. Mai 2017 - Entdeckung einer neuen Population der Östlichen Moosjungfer(Leucorrhinia albifrons) im Kanton Neuenburg

In der Schweiz ist diese Art vom Aussterben bedroht und eine der gefährdetsten Arten unserer Fauna, welche heute nur noch an drei Reproduktionsstandorten vorkommt. Der nächstgelegene Standort befindet sich im Süden des Departements Doubs (F). Diese Besiedlung illustriert die hohe Ausbreitungskapazität von L. albifrons, welche hier einen Umkreis von mehreren Duzend Kilometern betrifft.

Information übermittelt durch Arnaud Vallat und Sébastien Tschanz

Foto Leucorrhinia_albifrons.jpg

 


Osbornellus auronitens.jpg (Osbornellus auronitens ©Trivellone et al, 2017)

16. Mai 2017 - Entdeckung einer neuen Zikadenart für die paläaktische Region in Stabio (TI): Osbornellus auronitens 

 

Osbornellus auronitens (Nearktis) wurde in der Paläarktis erstmals im August 2016 durch Valeria Trivellone im Tessin entdeckt. Die Referenzindividuen werden im Naturhistorischen Museum in Lugano aufbewahrt. Die Verbreitung dieser Art in Europa sollte aufmerksam überprüft werden. Weitere Details entnehmen Sie der Publikation «Trivellone et al 2017», Canadian Entomologist. 

Artikel: Trivellone et al 2017, Canadian Entomologist

 

 

 

 

Foto: Osbornellus auronitens © Trivellone et al 2017

 

28. Februar 2017 -  Admiral gesehen? Bitte melden!

Von Italien bis Irland, von Portugal bis Finnland: Über 40 Citizen Science Portale und Institutionen in 21 Ländern unterstützen unser Forschungsprojekt zum Wanderverhalten des Admirals Vanessa atalanta. Hunderttausende Beobachtungen sind bereits zusammengekommen – auch Dank zahlreicher Meldungen aus der Schweiz! Diese Datenfülle ermöglicht es uns, das räumlich-zeitliche Auftreten dieses Wanderfalters in bislang nicht gekannter Auflösung zu verfolgen.

Mit seinen rot gebänderten und weiss gefleckten schwarzen Flügeln ist der Admiral unverkennbar. Jedes Jahr besiedelt die Art den Norden Europas von Süden her. Im Herbst wandern die Nachkommen dieser Frühjahres-Einwanderer zurück nach Süden. Wir studieren die Auswirkungen von äusseren Faktoren auf das Auftreten und untersuchen, wie der Admiral auf ein sich wandelndes Klima reagiert.

Bitte meldet weiterhin Eure Admiral-Beobachtungen!

Sei es ein Admiral an einem milden Wintertag, der sich auf einer Steinmauer wärmt, oder ziehende Falter auf einem Alpenpass im Herbst – jede Beobachtung ist wertvoll!

Datum, möglichst exakte Ortsangaben und Anzahl sind wichtige Informationen. Bitte gebt aber auch an, ob sich eine Meldung auf Falter, Puppe, Raupe oder Ei bezieht und nutzt dazu die entsprechenden Eingabefelder auf Webfauna. Zusätzliche Angaben, etwa zum Zugverhalten, sind ebenfalls erwünscht.
À propos : Mit der Webfauna App wie auch der App NaturaList können Sie Ihre Admiral-Beaobchtungen ganz praktisch gleich im Feld erfassen.

Mehr Informationen zum Projekt findet Ihr hier. Folgt uns auf Twitter und Facebook für aktuelle Informationen zur Admiral-Studie und anderen Projekten.

Herzlichen Dank!

Marco Thoma, Forschungsgruppe Insektenmigration & -ökologie, Institut für Ökologie und Evolution, Universität Bern

VANatalanta_20160925_MThoma.jpg

 


 

23. Januar 2017 - Erste kommentierte Artenliste aller Schweizer Zikaden, erarbeitet von Roland Mühlethaler, Valeria Trivellone, Roel van Klink, Rolf Niedringhaus, Herbert Nickel 

Eine kommentierte Liste aller für die Schweiz gemeldeten Zikadenarten wurde zusammengestellt. Es wurden nur publizierte Daten berücksichtigt; zusätzlich werden 10 Arten hier zum ersten Mal für die Schweiz gemeldet: Hyalesthes luteipes Fieber, Calligypona reyi (Fieber), Kelisia confusa Linnavuori, Xanthodelphax flaveola (Flor), Macropsis haupti Wagner, M. remanei Nickel, Erythria cisalpina Dworakowska, Euscelis distinguendus (Kirschbaum), Metalimnus steini (Fieber) und Proceps acicularis Mulsant & Rey. Die Artenliste der Schweiz zählt aktuell insgesamt 561 bestätigte Arten (davon wurden allerdings rund 40 nicht mehr in den letzten 50 Jahren nachgewiesen). Zusätzlich wurde eine Liste mit insgesamt 173 weiteren Arten erstellt, die geografisch und ökologisch zu erwarten sind. 17 Arten aus der Literatur wurden wegen Fehldetermination oder taxonomischer Probleme nicht in die Liste aufgenommen. 

Die erste kommentierte Artenliste aller Schweizer Zikaden kann hier bezogen werden: http://public.bibliothek.uni-halle.de/index.php/cicadina/article/view/1885

Adarrus bellevoyei (Gefleckte Zwenkenzirpe)Nothodelphax distincta (Hochmoor Spornzikade)M1.2.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Adarrus bellevoyei - Gemeine Zwenkenzirpe und Nothodelphax distincta - Hochmoor-Spornzikade

 

12. September 2016 - Mehrere neue Nachweise für seltene Laufkäferart Agonum hypocrita

Bis 2015 waren zwei Fundorte für Agonum hypocrita aus der Schweiz bekannt. 2016 konnte die Art im Rahmen eines Vorprojektes für eine neue Rote Liste der Laufkäfer und bei weiteren Recherchen in musealen Sammlungen für weitere acht Lokalitäten belegt werden.
 
Photo Agonum hypocrita 
Verbreitungskarte Agonum hypocrita bis 2015 Verbreitungskarte Agonum hypocrita 2016
Verbreitungskarten von Agonum hypocrita bis 2015 (Karte links) sowie im 2016 (Karte rechts). 
 
Thomas Walter & Yannick Chittaro
 
 

 

April 2016 - Aufruf zum Melden von Admiral-Beobachtungen

Im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Wanderverhalten des Admirals Vanessa atalanta in Europa bittet die Forschungsgruppe «Insektenmigration und Ökologie» vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern um Unterstützung und ruft dazu auf, Admiral-Beobachtungen via www.webfauna.ch oder  www.ornitho.ch zu melden. Bitte keine Doppelmeldungen!

Admirale sind Wanderfalter, die alljährlich von Süden her Mittel- und Nordeuropa besiedeln. Im Herbst kommt es zu südwärtsgerichteten Wanderungen von Nachkommen dieser Frühjahrs-Einwanderer. Die zunehmende Verbreitung von Online-Meldeplattformen in verschiedenen europäischen Ländern erlaubt es nun, das Auftreten von Admiralen im kontinentalen Massstab mit einer hohen zeitlich-räumlichen Auflösung zu verfolgen. Die Forschungsgruppe der Uni Bern strebt die Zusammenarbeit mit Meldeportalen in möglichst vielen Ländern an, um das Auftreten von Admiralen für die Jahre 2016–2018 zu analysieren. In der Schweiz erfolgt die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Zentrum für die Kartografie der Fauna, welches auch die Tagfalter-Beobachtungen von www.ornitho.ch validiert und verwaltet.

Melden Sie Admirale, sind Angaben zur Zahl der beobachteten Falter sehr wertvoll. Bei Zählungen, beispielsweise auf Alpenpässen im Herbst, sind ausserdem Informationen zur Dauer der Zählung, zur generellen Flugrichtung und –höhe, zur Witterung etc. von grossem Wert.

Laufend ergänzte Informationen zum Projekt finden Sie auf unserer  Projektseite.

Folgen Sie uns auf Twitter und erhalten Sie Informationen zum Admiralprojekt und rund um das Thema Insektenzug.

 

Für Ihre Mitarbeit danken wir Ihnen herzlich!

 

 



10.02.2016 - Walliserspitzmaus (Sorex antinorii) in zwei Bündner Südtälern nachgewiesen

Zwei tote Spitzmäuse der Gattung Sorex, die im Juni 2015 anlässlich der Jahresexkursion des CSCF&karch von zwei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Christian Monnerat, Karin Schneider) im Bergell nahe Bondo eingesammelt wurden, konnten später dank genetischer Analyse als Sorex antinorii (Walliserspitzmaus) bestimmt werden. Im August 2015 gelang Jürg Paul Müller und seinen Mitarbeitenden im Puschlav (Val di Camp) im Rahmen der Feldarbeiten zur Revision der nationalen Roten Liste der Säugetiere der Fang einer Walliserspitzmaus, wie die genetischen Analysen der Haarproben ergaben. Die Funde sind eine Bestätigung der Vermutung, dass südlich der Alpen der Artenkomplex „Sorex araneus“, bestehend aus den drei Zwillingsarten S. araneus, S. coronatus und S. antinorii, durch die Sorex antinorii vertreten wird.

In den letzten Jahren konnten dank der genetischen Untersuchung von Totfunden und Fängen die nördliche und östliche Verbreitungsgrenze von Sorex antinorii besser erfasst werden. Eine sichere Artbestimmung ist nur mittels genetischen DNA-Analysen oder genaustem Ausmessen von Schädelmassen (siehe Bestimmungsschlüssel) möglich. Die neusten Funde sind auf der Verbreitungskarte einsehbar. Das Verbreitungsareal umfasst heute die Kantone Wallis und Tessin sowie Teile der Kantone Bern, Graubünden und Uri. An der Nordgrenze konnte die Walliserspitzmaus im Jahr 2014 während den Kleinsäuger-Fangaktionen für die Roten Listen erstmals im Meiental (UR) nachgewiesen werden und 2015 wurde sie auch im Gadmertal (BE) gefangen. Zuvor war sie bereits aus dem Haslital (BE) bekannt. Im Kanton Graubünden gelangen in den letzten Jahren aufgrund von analysierten Totfunden und Fangaktionen des Rote-Liste-Projekts Nachweise in der Surselva, Valsertal, Safiental und dem Domleschg.

Ein abschliessende Grenzziehung des Verbreitungsareals von Sorex antinorii ist heute in der Schweiz noch nicht möglich. Deshalb sind weitere Untersuchungen von Funden aus der „Sorex araneus“ Gruppe aus Grenzgebieten sehr willkommen.

 

 

20.07.2015 - Schneemaus (Chionomys nivalis) über 3000 m über Meer beobachtet

Am 20. Juli 2015 konnte Beat von Wyl auf dem Galengrat unterhalb des Galenstock (UR/VS) eine Schneemaus (Chionomys nivalis) auf 3310 m beobachten, die sich auf den nackten Felsen im Gratbereich fortbewegte. In der Datenbank des CSCF ist bisher nur ein gemeldeter Fund eingetragen (3400 m, Mettelhorn VS), der höher gelegen ist.
In der Schweiz besiedelt die Schneemaus Höhenlagen ab 1000 m bis auf über 3000 m. Knapp zwei Drittel der 250 in der Datenbank eingetragenen Beobachtungen liegen zwischen 1400 m und 2400 m. Am meisten Funde weist die Höhenklasse von 1800 m bis 2000 m auf. Die Schneemaus ist eine relativ grosse Vertreterin der Wühlmäuse, besitzt grosse und gut sichtbare Ohren, sehr lange Schnauzhaare und einen kräftigen zweifarbigen Schwanz, der etwa die Hälfte des Körpers misst. Das Fell ist silbrig-grau mit einem hellgrauen bis hellbraunen Rücken und einer grauweissen Bauchseite. Sie ist eine Bewohnerin von Felsspalten in den Gebirgen, wobei sie bei geeigneten Habitaten auch in niederen Höhenlagen vorkommt (siehe dazu die Verbreitungskarte). Sie ist bevorzugt in Geröllhalden, Felsschuttkegeln, Legföhrenbeständen und Heidegebieten anzutreffen. Beobachtungen von kräftigen „grauen Mäusen“ auf über 2000 m sind also primär der Schneemaus zuzuordnen.
Simon Capt

 


30.04.2015 - Eine neue Singzikade für die Wissenschaft und für die Schweiz (Cicidetta sibillae)
Sie zählen zu den bekanntesten, grössten und lautesten Insekten – und doch sorgen sie immer noch für Überraschungen: Thomas Hertach von der Universität Basel hat in der Südschweiz und Italien eine neue Singzikade entdeckt. Das Tier mit vier Zentimetern Flügelspannweite wurde «Italienische Bergzikade» (Cicadetta sibillae) getauft. Sie ist eine von nur zehn Singzikadenarten in der Schweiz.
Weitere informationen 
Thomas Hertach

Cicidetta sibillae - Männchen

 

28.04.2015 - Vertigo lilljeborgi (Westerlund, 1871) [Gastropoda : Vertiginidae], (Moorwindelschnecke), eine neue Art für die Schweiz
Diese an Feuchtgebiete gebundene Art ist im August 2012 von M. Horsák in einem Moorgebiet nahe von St. Moritz entdeckt worden. Es handelt sich um den Erstnachweis für die Schweiz! Der Verbreitungsschwerpunkt von Vertigo lilljeborgi liegt im Norden Europas, bekannt sind jedoch auch einige isolierte Vorkommen weiter südlich, namentlich in Deutschland und Frankreich.

Diese Schneckenart besiedelt Streu, vermodernde Pflanzenresten oder Moose der Gattung Sphagnum in offenen Riedgebieten am Rande von Fliess- oder Stehgewässern. Die Entnahme und das Siebwaschen von Streue- oder Bodenproben erweist sich als nützlich, um diese kleine Art von weniger als 2 mm Grösse nachzuweisen.
François Claude 

 

28.04.2015 - Lauria cylindracea (da Costa, 1778) [Gastropoda : Lauriidae], (Genabelte Puppenschnecke), neu nachgewiesen für den Kanton Freiburg
Lauria cylindracea , in der Roten Liste der Weichtiere als stark gefährdete (EN) Art eingestuft, kommt nur an einigen Standorten in der West- und Südschweiz vor (GE, JU, NE, VD, VS et TI).
Der Fund eines Individuums (Gehäuse) dieser Schneckenart gelang 2014 im Rahmen einer Erhebung der Schneckenfauna in der Region Freiburg durch das Naturhistorische Museum Freiburg. Es handelt sich um eine Neuentdeckung für den Kanton.
Lauria cylindracea besiedelt bevorzugt felsige Lebensräume (Felsbänder, Steinfluren) und alte Mauern, aber auch in bestimmten Waldtypen. Obwohl ein Rückgang in den Siedlungsgebieten festgestellt wird, insbesondere wegen Renovationsarbeiten an alten Mauern, kann davon ausgegangen werden, dass diese Art noch in weiteren Gebieten in der Westschweiz entdeckt werden dürfte. 
François Claude

 

28.04.2015 - Vallonia enniensis (Gredler, 1856) [Gastropoda : Valloniidae], (Feingerippte Grasschnecke), Entdeckung zweier neuer Fundstandorte.
Für Vallonia enniensis, eine stark gefährdete (EN) der Roten Liste der Weichtiere, sind nur wenige Standorte in der Schweiz bekannt (GE, FR, AG, SH und ZH).
Im Rahmen von gezielten Nachforschungen in den Jahren 2013 und 2014 ist diese Art an zwei neuen Standorten in der Region des Neuenburger-Südufers bei Font (FR) und bei Gletterens (FR) aufgefunden worden (F. Claude).
Diese kleine wärmeliebende Schneckenart misst weniger als 2 mm und lebt vor allem in kalkreichen Flachmooren in Höhenlagen zwischen 350 und 1020 m. Sie ist in der Schweiz wie auch in mehreren Ländern Europas stark rückläufig.
François Claude

29.10.2014 - Das Südliche Platterbsen-Widderchen (Zygaena romeo) in der Westschweiz.

Der taxonomische Status der Zwillingsarten der Gruppe osterodensis / romeo war in der Westschweiz bisher nicht klar definiert. Es wurde angenommen, dass die Vorkommen in den Kantonen Genf und Waadt Zygaena osterodensis zuzuordnen sind. Diese Populationen wurden im Verlaufe der Jahre 2013 und 2014 gezielt untersucht. Sowohl die an der Universität Neuenburg (Jean-Michel Jacquier unter der Leitung von Christophe Praz) durchgeführten genetischen Analysen als auch die Morphologie der beobachteten Raupen (Emmanuel Wermeille) haben aufgezeigt, dass es sich bei den Populationen im Kanton Genf und in der Region La Sarraz um Z. romeo handelt. Die Belegexemplare aus der Sammlung de Bros aus dem westlichen Genferseegebiet, die irrtümlicherweise als Z. nevadensis bestimmt wurden, waren zu alt, um noch genetisch untersucht zu werden. Aufgrund der vergleichbaren morphologischen Merkmale können diese Funde jedoch ebenfalls Z. romeo zugeordnet werden. Weitergehende Untersuchungen sind im Gange.
Yannick Chittaro
 

30.09.2013 - Aeshna subarctica in Neuenburger Mooren (Odonata : Aeshnidae) 
In der Schweiz erstmals 1978 von Jürg Demarmels und Heinrich Schiess entdeckt, wurde Aeshna subarctica seither vor allem auf der nördlichen Alpenseite in den Kantonen Bern und Luzern und punktuell im Osten bis ins Bündnerland beobachtet.

1993 wurde diese Mosaikjunger in der Schweizer Jurakette im Vallée de Joux, Gemeinde Chenit (VD), durch Catherine Vaucher-von Ballmoos entdeckt. In der benachbarten Franche-Comté Region ist die Art vereinzelt an Standorten in den Departementen Jura und Doubs bekannt.
Am 6. September 2013 hat Samuel Ehrenbold einen neuen Standort von A. subarctica in der Jurakette in der Gemeinde Les Ponts-de-Martel (NE) entdeckt. Die Beobachtung wurde durch den Fang eines Männchens bestätigt. Vermutlich flogen jedoch drei Männchen in diesem Sektor.
Dies ist eine fantastische Entdeckung, und die in den letzten Jahren im Kanton Neuenburg und Jura zahlreich durchgeführten Revitalisierungen jurassischer Hochmoore könnten dieser Art geeignete Lebensräume für ihre (Wieder-)besiedlung bieten. Es ist deshalb äusserst interessant, den Verlauf weiter zu verfolgen.
Christian Monnerat
 
 
30.09.2013 - Lestes virens neu für den Kanton Luzern (Odonata : Lestidae)
Lestes virens, eine stark bedrohte Art der Schweiz, kommt heute hauptsächlich in den Kantonen Aargau, Zürich, Schaffhausen, Thurgau und Sankt-Gallen vor. In der Westschweiz wurde die Art seit über 30 Jahren nicht mehr beobachtet und es fehlt auch eine Bestätigung am einzigen im Tessin bekannten Standort.
Elisabeth Bossart-Meister fotografierte am 9. September 2013 ein isoliertes Männchen in der Gemeinde Meggen (LU). Diese Info wurde uns durch Peter Wiprächtiger weitergeleitet. Trotz Recherchen in den darauffolgenden Tagen konnte das Männchen nicht wiedergefunden werden und es wird davon ausgegangen, dass es sich um ein erratisches Individuum handelte.
Der nächstgelegene aktuelle Standort mit Reproduktionsnachweis liegt in Wohlen (AG), welcher aber über 30 km vom Luzerner Standort entfernt ist. Es ist unmöglich, die Herkunft dieses Individuums zu bestimmen. Es könnte von einem noch weiter entfernten Standort kommen, aber es könnte ebenso gut aus einem für die Art günstigen Lebensraum stammen, der näher bei Meggen liegt, der aber zurzeit noch nicht bekannt ist.
Christian Monnerat
        

1.7.2013 -  Ein erfolgreiches Jahr für Sympetrum depressiusculum (Odonata : Libellulidae)
In jüngster Vergangenheit wurde Sympetrum depressiusculum noch nie derart häufig beobachtet wie im Jahr 2012. Sie wurde in 89 Kilometerquadraten nachgewiesen, also in über 10 % der Quadrate, für welche im 2012 Daten ans CSCF übermittelt wurden (n=844).  Auch wenn diese Informationen nur vorsichtig zu interpretieren sind, können starke Schwankungen bezüglich der Häufigkeit für S. depressiusculum verzeichnet werden. Dies kann teilweise damit erklärt werden, dass diese Art für ihre Entwicklung auf temporär überschwemmte Lebensräume angewiesen ist.
Ab 2002 zeigte sich S. depressiusculum regelmässiger in der Westschweiz in Regionen, aus welchen diese Art bis dahin als verschwunden galt, wie beispielsweise in der Drei-Seen-Region. Zurzeit sind nur punktuell Entwicklungsnachweise vorhanden. Dies war 2012 erneut der Fall am Neuenburger Südufer, während die Art im Kanton Genf nach 54 Jahren Abwesenheit wieder beobachtet wurde (div. Beobachtungen).
Christian Monnerat
 
Neue Standorte von Coenagrion mercuriale in der Ostschweiz (Odonata)
Die Helm-Azurjungfer bleibt bis heute eine der seltensten Libellenarten der Schweiz und hat eine hohe nationale Priorität. Seit über 10 Jahren wurden regelmässig neue Standorte in der Schweiz entdeckt. Dieses Phänomen widerspiegelt nicht nur eine bessere Erforschung des Gebietes und ihres Lebensraumes, sondern auch die Fähigkeit von Coenagrion mercuriale, um z.B. revitalisierte Bäche neu zu besiedeln.
Besonders während der im Rahmen der Roten Liste durchgeführten Feldarbeiten wurde die Art - wenn auch nur in kleiner Anzahl und oft isolierte Männchen - im 2012 in mehreren neuen Kilometerquadraten festgestellt: im Kanton Thurgau (Frauenfeld, Warth-Weiningen), im Kanton Zürich (Unterstammheim), aber auch in der Zentralschweiz (Adligenswil LU) und in der Westschweiz (Versoix GE).
Das Protokoll der Roten Liste erlaubt eine systematischere Vorgehensweise der Gräben und Bäche, welches bevorzugte Lebensräume dieser Art sind. Dies zeigt ein besseres Bild ihrer aktuellen Verbreitung und bringt uns hoffentlich noch einige weitere Überraschungen!
CM, 1.7.2013
 
 
1.7.2013 - Zahlreiche Endeckungen und Wiederentdeckungen in den östlichen Zentralalpen in den 4 im Roten Liste Projekt der Holzkäfer berücksichtigen Familien (Coleoptera)
Die im Laufe des Jahres 2012 durch Andreas Sanchez und Christian Monnerat durchgeführten Erhebungen in der biogeografischen Region der östlichen Zentralalpen erlaubten, mehrere Arten aus den 4 Zielfamilien des Projektes zu entdecken oder wieder zu finden. Nennenswert sind die Entdeckungen von: Agrilus ater, A. graminis, A. sinuatus, Obrium cantharinum, Plagionotus arcuatus, Pogonocherus decoratus, Pyrrhidium sanguineum, Xylotrechus antilope. Es konnten auch Nachweise für Arten erbracht werden, welche seit über fünfzig Jahren nicht mehr wiedergefunden worden sind, wie Ceruchus chrysomelinusDorcus parallelipipedus, Rusticoclytus rusticusSaperda perforata.
Diese Entdeckungen zeigen sowohl das hohe Potential der betroffenen Region als auch das Niveau der noch lückenhaften Kenntnisse für die 4 in diesem Gebiet am besten bekannten Koleopterenfamilien.
CM, 1.7.2013
 
 
1.7.2013 -  Präsenz von Eumodicogryllus bordigalensis (Orthoptera : Gryllidae) im Zentrum des Schweizer Mittellandes in Büetigen (BE)
Diese Grille mit mediterranem Verbreitungsschwerpunkt wurde im 2012 auf einer renaturierten Fläche in Büetigen (BE), im Schweizer Mittelland, in einem kiesigen Pionierlebensraum bestätigt.
Bereits im Jahre 2010 wurde sie von Paul Mosimann-Kampe entdeckt und während mehreren Begehungen wurden Larven und Adulte aufgenommen, welche eine Aktivitätsperiode zwischen Juni und September dokumentieren.
Eumodicogryllus bordigalensis hat das Schweizer Mittelland in den 90er Jahren besiedelt. Sie wurde 1998 (Birrer 2000) in der Region Basel gemeldet und später in der Nähe von Genf (Vernier 2001). Sie breitet sich seither weiter in unserem Land aus. Die Bahnen SBB und ihre günstigen Böschungen für diese Art stellen bevorzugte Verbreitungsachsen dar. Es ist gut vorstellbar, dass in den nächsten Jahren hier und da im Mittelland neue Standorte entdeckt werden.
Christian Monnerat 
 

19.2.2013 -  Entdeckung von  Coenonympha hero (Wald-Wiesenvögelchen) in den Freibergen (Lepidoptera: Satyrinae)
Am 19. Juni 2012 entdeckte Emmanuel Wermeille ein Individuum von Coenonympha hero in einem Feuchtgebiet der Freiberge im Jura. Es handelte sich um ein noch relativ frisches Männchen. Offen bleiben die Herkunft dieses Individuums und die Frage nach der Existenz einer Population. Die nach diesem Fund durchgeführte gezielte Suche nach weiteren Exemplaren an diesem Standort, in weiteren Feuchtgebieten des Juras und im benachbarten Frankreich verlief erfolglos. Im französischen Jura sind einige Vorkommen bekannt, diese sind aber mehrere Dutzend Kilometer davon entfernt. Weitere Erhebungen sind geplant, um die Situation dieser Art in den Freibergen und in den potentiellen Gebieten im benachbarten Frankreich zu klären.

Coenonympha hero ist vor etwa 30 Jahren aus dem Nordosten der Schweiz (letzte Beobachtung im Kanton Schaffhausen im Jahre 1976) verschwunden. Ansiedlungsversuche finden zurzeit im Kanton Zürich statt. Ausser im Gebiet des Randen im Kanton Schaffhausen war die Art im Schweizer Jura nur mit einem alten Fund aus der Ajoie (Bonfol, sowie Beobachtungen aus dem nahe gelegenen elsässischen Sundgau und einen weiteren aus Arlesheim (BL) bekannt.
Yannick Chittaro

Neuer Fortpflanzungsnachweis von Lestes barbarus im Schweizer Mittelland (Odonata : Lestidae) 
Diese Binsenjunfer gilt in der Schweiz hauptsächlich als wandernde Art und ist dafür bekannt, dass sie manchmal in grosser Anzahl zuwandern kann – wie dies z.B. in den Jahren 1999 und 2005 der Fall war. Solche Ereignisse können dazu führen, dass sich die Art für kurze Zeit installiert. Diese Südliche Binsenjungfer wurde in der letzten Roten Liste nicht mitberücksichtigt, da es keine mehrjährigen Populationen gab. Nach den Arbeiten zur Roten Liste bestätigten spezifische Nachforschungen zwischen 2003 und 2010 diese Situation.

Im Rahmen der Feldarbeiten, welche für die Aktualisierung der Roten Liste der Libellen der Schweiz durchgeführt wurden, beobachtete Laurent Juillerat am 5. Juni 2012 zwei frisch geschlüpfte Exemplare von Lestes barbarus in Gampelen (BE). Anfangs August wurden um die 50 Individuen in einem wenig tiefen Bereich eines abgetragenen Moores beobachtet, welche die Existenz einer Population bestätigte.
Diese neue Beobachtung ist die erste nach drei Jahren in Folge ohne jegliche Beobachtungen, während im Jahr 2008 lediglich ein Individuum beobachtet worden ist.
CM, 12.6.2012 
 
 
Höhenrekord für den Igel (Erinaceus europaeus) in der Schweiz
Am 8. September 2012 konnte Ueli Schaffner auf dem Col du Bretolet im Val d‘Illiez (VS) bei der Beringerhütte einen Igel ( Erinaceus europaeus ) auf 1926 m beobachten. Die bisher höchsten gemeldeten Funde in der Schweiz liegen bei 1500 (Region Davos)   und 1600 m (Region Zermatt). In der Schweiz kommt die Art regelmässig bis 1000 m in den geeigneten Lebensräumen vor. Ab dieser Höhenstufe bis 1500 m ist der Igel sehr viel seltener anzutreffen. Noch höhere Beobachtungen sind wahrscheinlich durch gelegentliches exploratorisches Verhalten zu erklären. Alle Beobachtungen von Igeln, insbesondere die über 1000 m, sind deshalb sehr willkommen. Meldung sind über www.webfauna.ch möglich.

Entdeckung mehrerer seltener Fledermausarten im Val Müstair 
Anlässlich des vom Schweizerischen Nationalpark organisierten Geo-Tag der Artenvielfalt im Val Müstair konnten am 25. Juni 2011 mehrere seltene Fledermausarten in der Region von St. Maria gefangen werden. Die Entdeckung eines Weibchens der Brandtfledermaus (Myotis brandtii) ist neu für den Kanton Graubünden.  Neu für die Bündner Südtäler ist auch die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), von der ein Männchen nachgewiesen werden konnte. Bemerkenswert ist auch der Fang eines Männchens des Kleinen Mausohrs, also einer Art, die sich ausschliesslich im Tessin und im Rhein- und Rhonetal fortpflanzt.

Entdeckung einer neuen Fledermausart für den Kanton Jura
Am 2 Juni 2011 konnte am Ronde de Prérat  in den Bois de Bonfol ein Männchen der Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe)  entdeckt werden. Damit sind bisher 22 Fledermausarten im Kanton Jura nachgewiesen worden.
Leptura annularis nach über 100 Jahren im Jura wiederentdeckt (Coleoptera: Cerambycidae)
Diese Art (Lepturinae) hat eine sehr fragmentierte Verbreitung in der Schweiz. Man findet sie vor allem in einzelnen Bündner Tälern, dem Chablais und im Jurabogen. Eine kürzlich durch Yves Gonseth gemachte Beobachtung im Rahmen des Projektes Roten-Liste der Holzkäfer hat die Existenz dieser Art im Jurabogen bestätigt. Zuletzt wurde Leptura annularis 1901 in der Region Olsberg im Basler Jura nachgewiesen. Die Art entwickelt sich in Auenwäldern, wo Erlen häufig sind. CM, 24.5.2011


Oplosia cinerea , Erstnachweis für die Alpensüdseite (Coleoptera: Cerambycidae)
Diese Art, die für ihre Entwicklung ausnahmslos an Linden gebunden ist, ist in verschiedenen Regionen der Schweiz anzutreffen. Man findet sie in den biogeographischen Regionen des Juras (Jura-Südfuss), Alpennordseite (Chablais, Reusstal) und in den östlichen Zentralalpen (Graubünden). Im Rahmen des Projektes Rote-Liste der Holzkäfer hat Yannick Chittaro die Art am 18. Mai 2011 in der Gemeinde Meride gefunden. Dies ist die erste Beobachtung von Oplosia cinerea südlich der Alpen. CM, 24.5.2011 

Wiederentdeckung von Satyrium pruni (Lepidoptera) im Wallis 
In den Trockensteppen von Vercorin in der Gemeinde Chalais VS wurde im Juli 2010 der Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni) nachgewiesen. Dies ist der erste Nachweis dieser Art im Wallis seit 30 Jahren. Die Art ist in der Roten Liste von 1994 schweizweit als vom Aussterben bedroht eingestuft. Sie kommt in der übrigen Schweiz vor allem noch im Jura und im nördlichen Kanton Zürich vor. Die Raupe des Pflaumen-Zipfelfalters lebt auf Schwarzdorn (Prunus spinosa).
Die Trockensteppen von Vercorin sind im nationalen Inventar der Trockenwiesen und -weiden enthalten. Sie werden im Rahmen eines Projektes von Pro Natura seit 2007 mit Eseln beweidet. Das Gebiet ist äusserst artenreich und beherbergt viele gefährdete Tagfalterarten. Es zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt an verschiedenen Gehölzarten aus. Gemeinsam mit dem Pflaumen-Zipfelfalter kommen im Gebiet denn auch zwei weitere Zipfelfalter vor: der Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album) und der Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini). Regina Jöhl, oekoskop, 1.12.2010



Nachweis von Gomphus flavipes in Basel
Zum Ausklang der Libellensaison hat Michael Goltz am 1. Oktober 2010 ein totes Weibchen von Gomphus flavipes auf einem Industriegelände im Norden der Stadt Basel gefunden. Das rund 500 m vom Rheinufer entfernt entdeckte Tier wurde von Robert Portmann und Daniel Küry identifiziert. Nach dem Fund einer Exuvie am Hochrhein bei Schwörstadt im Jahr 2008 durch Holger Hunger und Franz-Josef Schiel ist dies der zweite zweifelsfreie Nachweis dieser Art in der Schweiz.
Die Art war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Oberrhein heimisch und wurde seit 1999 wiederholt nördlich von Freiburg im Breisgau nachgewiesen. Der Fund bekräftigt die Vermutung, dass sich die Art seit einigen Jahren nach Süden verbreitet. Daniel Küry, 18.10.2010


Entdeckung von Myotis nattereri (Chiroptera) im Kanton Zurich 
Im Rahmen der Roten Liste Arbeiten gelang Thierry Bohnenstengel am 19.7.2010 in der Gemeinde Adlikon ZH der Nachweis von Myotis nattereri (Fransenfledermaus). Diese heimliche Art wird vermutlich unterschätzt, da sie sich hauptsächlich im Wald aufhält, wo sie nur schwer zu beobachten ist. TB, 7.10.2010


Entdeckung von Erythromma lindenii (Pokal-Azurjungfer, Odonata) im Kanton Schwyz 
Traute und Heinrich Fliedner entdeckten am 23.8.2010 die Pokal-Azujungfer ( Erythromma lindenii ) auf dem Gebiet der Gemeinde Wangen SZ. Die Beobachtung erfolgte in der Nähe eines Kleingewässers auf einem Golfplatz auf. Es handelt sich um den ersten Nachweis dieser Art im Kanton Schwyz. Anhand einer Fotografie eines gefangenen Männchens konnte die Art bestätigt werden.
E. lindenii breitet sich in der Schweiz weiter aus. Diese Art wurde kürzlich auch im Churertal an einem Gewässer auf einem Golfplatz entdeckt.
Diese heimliche Art wird vermutlich unterschätzt, da sie sich oft in einiger Entfernung vom Ufer aufhält. Das Absuchen mit dem Fernglas der Überwasser-Vegetation oder der Halme auf der sie sich absetzt, führt am ehesten zum Erfolge. Ihr Fang gelingt relativ gut. CM, 9.9.2010 
 

Ein neuer Nachweis für Bembidion octomaculatum (Coleoptera) in der Schweiz 
René Hoess konnte zahlreiche Individuen von  Bembidion octomaculatum am 14.7.2010 bei Lavigny VD in einer temporären Senke beobachten. Diese Art ist hauptsächlich aus der Westschweiz bekannt, konnte aber seit 1994 in der Schweiz nicht mehr nachgewiesen werden. Dieser letzte Fund liegt im Zentralwallis. CM, 9.9.2010 
 

Neues Vorkommen von d’Hyles gallii (Labkrautschwärmer, Lepidoptera) auf der Alpennordseite 
Im Simmental bei Boltigen BE konnte René Hoess am 26.8.2010 adulte Individuen des Labkrautschwärmers ( Hyles gallii ) in drei Riedgebieten beobachten. Die Falter wurden auf der Suche nach Libellen aufgescheucht, ruhten sich aber darauf nach einem kurzen Flug auf der Vegetation aus.Beat Schneider fotografierte am 31.8.2010 einen Labkrautschwärmer nahe Weiach ZH in einem Steinbruch.Die Raupe dieses Schwärmers lebt an warmfeuchten Standorten und entwickelt sich auf verschiedenen Weidenröschenarten (Epilobium), Labkräutern oder Wolfsmilcharten (Euphorbia).
Die Art ist in den Kantonen Wallis und Graubünden gut vertreten. Auf der Alpendnordseite gibt es hingegen keine ganzjährigen Vorkommen. Die Raupen werden häufiger beobachtet als die Adulttiere. Unser Kenntnisstand über die Verbreitung muss als ungenügend betrachtet werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Schwärmerarten wird diese Art von den Lichtfallen nicht angezogen. CM, 9.9.2010


Neuer Fortpflanzungsstandort von Anax ephippiger (Schabrackenlibelle, Odonata) in der Schweiz im Kanton Zürich 
Nach wiederholten Beobachtungen dieser Art bereits am 8 und 9.6 sowie am 5.7.2010 in einem Steinbruch bei Weiach ZH konnte Beat Schneider am 31.8.2010 ein frisch geschlüpftes Männchen und sechs Exuvien der Schabrackenlibelle am gleichen Standort beobachten. Anax ephippiger hatte sich an diesem Standort bereits im Jahre 2009 fortgepflanzt.
Obwohl diese Art seit dem Jahre 2000 in der Schweiz fast alljährlich beobachtet werden kann, bleiben die Hinweise auf Fortpflanzung spärlich. CM, 9.9.2010 
 
 
Beobachtung von Ceriagrion tenellum (Späte Adonislibelle, Odonata) in einem Moorgebiet des Juras 
Sébastien Tschanz konnte am 19. Juli 2010 im Neuenburger Jura ein Männchen der Libellenart  Ceriagrion tenellumbeobachten. Es handelt sich um den ersten Nachweis dieser Art im Kanton. Die Fundstelle liegt Libelle nahe eines im Herbst 2008 neu erschaffenen Gewässers in einem Moorgebiet. Es handelt sich um den erste Nachweis in der gesamten Jurakette seit Beginn des 20. Jahrhundert, wo die Art letztmals noch im Vallée de Joux beobachtet werden konnte.
Ceriagrion tenellum scheint sich seit zehn Jahren abseits der bekannten Verbreitungsgebiete an den Südufern des Neuenburgersees auszubreiten.  Es lohnt sich deshalb auf potentiell mögliche Neuansiedlungen im Mittelland und im Jura zu achten.  CM, 28.7.2010.
 
 
Beobachtung von Gabel-Azurjungfer (Odonata) an neuen Standorten im Kanton Jura 
Seit Ihrer Entdeckung 2002 in der Ajoie hat Coenagrion scitulum ihr Verbreitungsgebiet über den ganzen Kanton Jura ausgedehnt. Im Juli des Jahres 2010 konnte Laurent Juillerat (freischaffender Biologe) diese Art auf dem Hochplateau der Freiberge auf 990 m ü. M. beobachten. Christian Monnerat (CSCF) gelang ein Nachweis auf 480 m ü. M. in der Region Delsberg.
In beiden Fällen konnte jeweils nur  ein Tandem (Paar) beobachtet werden. Bei geringen Populationsgrössen bleibt C. scitulumsehr unauffällig.  Nach dieser Art muss überall in der Schweiz in den wenig tiefen Gewässern von kleiner bis mittlerer Grösse mit dichtem Pflanzenbewuchs an der Oberfläche und unter Wasser gesucht werden (Potamogeton, Myriophyllum oder Chara).  CM, 28.7.2010.  
 
Wiederentdeckung des seltenen Käfers Osmoderma eremita (Juchtenkäfer, Eremit, Coleoptera) im Kanton Basel-Landschaft 
Ein Adulttier des Juchtenkäfers Osmoderma eremita konnte am 14 Juli von Martin Bolliger (Naturama) an einem neuen Standort im Kanton Basel-Landschaft fotografiert werden. Die Art war vorher letztmals zu Beginn der 1960 Jahren in der Gemeinde Allschwil beobachtet worden. Aufgrund der in den letzten Jahren erfolglos durchgeführten Nachsuchen konnte festgestellt werden, dass im Gebiet keine günstigen Lebensräume für diese Art mehr vorkommen. Diese Totholzart entwickelt sich in Hohlräumen von Ästen mit Verrottungsmaterial in sehr alten Bäumen (Eichen, Weiden, Linden).
Wie bereits einmal in einer früheren Mitteilung erwähnt, sollte in allen Kantonen wo Osmoderma früher einmal beobachtet wurde aktiv danach gesucht werden. Diese Art von hoher nationaler Priorität ist in der Schweiz und in vielen europäischen Ländern vom Aussterben bedroht. Sie war zu Beginn des 20. Jahrhunderts  in der ganzen Schweiz mit Sicherheit noch anwesend, ist aber seit dem Jahre 2000 nur noch an drei Standorten gefunden worden. CM, 28.7.2010.
 

Ein neuer Fund von Lestes dryas (Glänzende Binsenjungfer, Odonata) im Kanton Zürich 
Beat Schneider entdeckte am 10. Juli 2010 Lestes dryas an einer neuen Stelle im Kanton Zürich. Dabei konnten gegen dreissig adulte Tiere in einer Kiesgrube beobachtet werden, in einer Distanz von mehreren Kilometer von den wenigen bekannten Standorten im Kanton wo sich die Art halten konnte.
Es handelt sich hier um eine weiterhin sehr seltene und besonders bedrohte Libellenart in der Nordostschweiz. CM, 28.7.2010.
 
Eine Population von Leucorrhinia pectoralis (Grosse Moosjungfer, Odonata) von nationaler Bedeutung in den Moorgebieten des Schweizer Juras. 
Die Entdeckung von Leucorrhinia pectoralis im Jahre 2009 in den Freibergen (siehe frühere Mitteilung) war Auslöser für die Suche in den potentiell günstigen Gebieten der Region. Dabei konnten Laetitia Chedorge (Centre des Cerlatez ), Sébastien Tschanz (Service de la faune, des forêts et de la nature du canton de Neuchâtel) und Christian Monnerat (CSCF) mit ihren neuen Beobachtungen den Kenntnisstand dieser Art in der Jurakette deutlich verbessern.  Nicht weniger als 8 neue Standorte, wovon einige mit bedeutenden Populationen, konnten dabei hauptsächlich im Kanton Jura, aber auch im Berner und Neuenburger Jura ausfindig gemacht werden.
Diese erfreuliche Situation kann auf Renaturierungsarbeiten zurückgeführt werden, die seit dem Jahre 2004 in zahlreichen Hochmooren der Region in Angriff genommen wurden. Es ist jedoch zu erwähnen, dass diese Standorte vermutlich ausgehend von Vorkommen im angrenzenden Frankreich (Franche-Comté) besiedelt wurden, wo die Grosse Moosjunger seit langem bekannt ist.  Diese Feststellung unterstreicht einmal mehr die Wichtigkeit, bei Strategien zur Erhaltung von Arten über die politischen Grenzen hinaus zu planen.
Die Nachforschungen werden im Jahre 2011 fortgeführt, um die Grundlagen eines regionalen Aktionsplans für diese Art von vorrangiger nationaler Priorität zu erarbeiten. CM, 28.7.2010.
 
Wiederentdeckung mehrerer seltener Bockkäferarten (Coleoptera, Cerambycidae) im Wallis 
Im Zusammenhang mit den Arbeiten über die Aktualisierung der nationalen Roten Listen der Holzkäfer sind an 15 verschiedenen Standorten im Wallis und im Waadtländer Chablais zur Datenerfassung Bierfallen aufgestellt worden. Dabei gelang unter anderem der Fang mehrerer seltener Bockkäferarten. In der Region Martigny gerieten Leioderes kollari (7 Nachweise für die Schweiz, der letzte aus dem Jahre 1995) und auch Clytus tropicus (4 Beobachtungen für das Wallis, die letzte von 1994) in die Fallen. Xylotrechus antilope konnte ebenfalls gefangen werden. Es handelt sich um die ersten Funde für das Wallis und den Chablais. YC,12.8.2010.
 
Entdeckung von Leptophyes albovittata ( Gestreifte Zartschrecke, Orthoptera) 2009 in der Mesolcina 
Diese kleine und sehr unauffällige Heuschrecke konnte vor einigen Jahre (2000) im Unterengadin erstmals für die Schweiz nachgewiesen werden. Ihr auf die Region Scuol begrenztes Vorkommen konnte mit weiteren Nachforschungen im Felde genauer festgelegt werden. Sie besiedelt Landwirtschaftsgebiete,  Wiesen und Brachen.
Die Entdeckung von Leptophyes albovittata im Jahre 2009 durch Bruno und Lotti Keist im der Mesolcina war eine sehr grosse Überraschung. Obwohl in den letzten 20 Jahren in dieser Region intensiv nach dieser Heuschreckenart gesucht wurde, konnte sie nicht gefunden werden. Handelt es sich um eine Neubesiedlung der letzten Jahre? Neue geplante Erhebungen sollen dazu beitragen, den Kenntnisstand über ihre Verbreitung zu verbessern und hoffentlich diese Frage klären helfen. Da sich die Mesolcina gegen den Tessin öffnet, ist die Hoffnung gross, dass die Suche auch dort erfolgreich sein wird. CM, 28.7.2010.  
Massives Auftreten des Distelfalters (Vanessa cardui Rhopalocera) in der Schweiz 
Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist eine der seltenen Schmetterlingsarten, die jedes Jahr von Nordafrika her in die Schweiz einwandert. Dieses Phänomen findet jeden Frühling statt (von April bis Juni), aussergewöhnlich am Jahre 2009 ist jedoch die extrem hohe Anzahl an wandernden Individuen.
Vanessa cardui  ist keine wandernde Art im engeren Sinne, da es sich nicht um dieselben Individuen handelt, die im Frühling in den Norden und im Herbst in den Süden fliegen (im Gegensatz zu den zwei Monarchenfaltern Nordamerikas). An diesen zielgerichteten Wanderungen nimmt nur ein Teil der Falterpopulation teil. Allen Individuen ist hingegen gemein, dass sie sich das ganze Jahr über ständig verschieben. Eine Mehrheit davon zieht im Frühling gegen den Norden und im Herbst gegen den Süden.
Die Individuen fliegen im Direktflug (25-30km/h) und ruhen sich nur selten aus um Nektar zu sammeln und dann wieder weiter zu ziehen. Dieser Falter sucht bestimmte Standorte auf, um sich dort fortzupflanzen und dann zu sterben. Bei Vanessa carduihandelt es sich um eine Art mit mehreren Generationen und mit kurzen Zyklen pro Jahr (plurivoltin). Die jeweils nachfolgende Generation setzt die Wanderung gegen Norden fort, einige Individuen erreichen dabei in bestimmten Sommern sogar Island. Es ist demzufolge wahrscheinlich, dass ein Teil der noch frisch aussehenden Individuen, welche zurzeit die Schweiz aufsuchen, nicht direkt aus Nordafrika kommen, sondern Nachkommen einer Generation sind, welche das Mittelmeer überquert haben. 
Im Herbst kehrt ein grosser Teil der Nachkommen in den Süden zurück. Unter denen, welche auf der Alpennordseite verbleiben, überleben einige vermutlich milde Winter.

 

Cupido argiades (Rhopalocera) fliegt bereits an der Küste von Neuenburg. 
Die am 15. April 2009 frühen Beobachtungen in der Gemeinde Hauterive der Cupido argiades durch Laurent Juillerat sind sehr interessant: Sie bestätigt die lokale Einbürgerung der C.argiades. Das systematische Fangen der kleinen Lycaenidae und die Handbestimmung ermöglichen eien verbesserte Erkenntnis der Kurzschwänziger Bläuling. 



Die Käferart  Osmoderma eremita (Eremit) in der Region Genf wiedergefunden 
Michaël Blanc entdeckte im Jahr 2009 Überreste des Eremits oder Juchtenkäfer (Osmoderma eremita) in der Region Genf, was beweist, dass diese Art im Kanton immer noch vorkommt. Die letzten Beobachtungen aus Genf gehen in das Jahr 1961 zurück, als die Art damals in der Gemeinde Dardagny gefunden wurde. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war diese Art noch im gesamten Mittelland anzutreffen. Nach dem Jahr 2000 konnte dieser Käfer nur noch in einer Lindenallee in der Stadt Solothurn nachgewiesen werden. Er entwickelt sich in alten Hohlräumen von Totholz und ist heute infolge der systematischen Beseitigung von grossen Bäumen mit Hohlräumen einer der am meisten bedrohten Käferarten in der Schweiz und in Europa.
Die Wiederentdeckung dieser emblematischen Art im Kanton Genf illustriert ihre heimliche Lebensweise und die Schwierigkeit sie aufzuspüren. Sinnvoll wäre heute eine Suche in den Kantonen mit bekanntem, altem Vorkommen, namentlich in den Kantonen Basel-Landschaft, Freiburg, Genf, Graubünden, St. Gallen, Solothurn, Tessin, Wallis, Waadt und Zürich. Einzig aktuelle Verbreitungsdaten und die Kenntnis über die sehr selten gewordenen und noch geeigneten Bäume ermöglichen das Ergreifen von erfolgreichen Massnahmen zur Erhaltung dieser Art.
 

Otiorhynchus grischunensis (Coleoptera, Curculionidae), eine neue Dickmaulrüssler-Art aus dem Graubünden 
Bisher nur von drei Fundorten aus den Bündner Alpen (Davos, St. Moritz und Berninapass) bekannt, wurde vor Kurzem eine neue Rüsselkäfer-Art für die Wissenschaft entdeckt und beschrieben. Der neue Bündner Dickmaulrüssler" lebt, wie weitere Vertreter der Gattung, vermutlich polyphag in der Boden- und Laubstreu der Zwergstrauchheide auf der alpinen Stufe (oberhalb von 2000 m ü. M.). Die nächsten Verwandten sind erst wieder im südlichen Apennin, auf der südöstlichen Balkanhalbinsel, sowie in Bulgarien und der Türkei zu finden. Die letzte Beschreibung einer Otiorhynchus-Art aus der Schweiz liegt über 140 Jahre zurück.


Leucorrhinia albifrons  (Östliche Moosjungfer) wieder im Kanton Bern 
Die Libellenart Leucorrhinia albifrons war seit jeher in der Schweiz selten und kam lokal im Mittelland sowie in der Zentralschweiz und dem Wallis vor. Seit den 1970-er Jahren konnte sie sich bis heute einzig noch bei Bavois (VD) und im Pfynwald (VS) halten. Daneben wurde die Art noch bis 1978 in Arth-Goldau (SZ) festgestellt. Im Jahre 2000 gelang eine Beobachtung von  L. albifrons bei Cartigny (GE). Das Vorkommen in dieser Region dürfte mit der Einwanderung von Individuen aus dem benachbarten Frankreich zusammenhängen.
Am 30. Juli 2009 beobachtete René Hoess ein Männchen dieser Art in Niederried bei Kall (BE). Die Art galt im Kanton Bern seit einem letzten Nachweis im Jahre 1959 als verschollen. Es kann davon ausgegangen werden, dass es in den kommenden Jahren im Mittelland zu weiteren Beobachtungen kommen wird, die dann schlussendlich zu einer definitiven Besiedlung führen könnten. 

Coenagrion scitulum (Odonata) neu für Kanton Aargau 
Am 1. Juli 2009 fand René Hoess im Auschachen bei Brugg AG ein Weibchen von Coenagrion scitulum. Diese Art ist erst seit ein paar Jahren in der Schweiz, namentlich im Pruntruter Zipfel JU und im Grossen Moos BE/FR, heimisch und breitet sich rezent von Südwest- nach Mitteleuropa aus. Besonders Weibchen können auf der Suche nach neuen Ablageplätzen oft weit weg von ihrem Entwicklungsgewässer gefunden werden. Darum sollte speziell auf diese unscheinbaren Tiere geachtet werden.

Onychogomphus forcipatus (Odonata) in Hülle und Fülle im  Vallée de Joux 
Im Rahmen von Bestandesaufnahmen der Libellen in den Moorlandschaften des Vallée de Joux hat Alain Maibach am 13. Juli 2009 zu seiner Überraschung die Libellenart Onychogomphus f. forcipatus in grosser Anzahl (mehr als 200 Individuen) beobachten können. Die Fundorte der verschiedenen Individuen verteilten sich über eine grössere Fläche entlang der Orbe oberhalb des Lac de Joux. Auf jedem aus der Orbe herausragenden Stein sass (mindestens!) ein Männchen. Bei der Feldbegehung waren die Temperaturen hoch (>28°C) und es blies ein starker Südwind. Diese Art wurde bis jetzt noch nie im Vallée de Joux beobachtet.

Epitheca bimaculata und Leucorrhinia pectoralis (Odonata) in den Freibergen (Franches-Montagnes) 
Im Rahmen ihrer Arbeit als Praktikantin im Centre Nature von Cerlatez (Saignelégier JU) hat Magali Crouvezier eine Inventarisierung der Libellen in mehreren Kleingewässern in Moorgebieten der Freiberge durchgeführt. In der Gemeinde Montfaucon (JU), hat sie unter anderem zwei Exuvien von Epitheca bimaculata entdeckt und mehrere Männchen von Leucorrhinia pectoralis beobachtet. Im Falle von E. bimaculata handelt es sich um den ersten bekannten Fortpflanzungsnachweis auf dem Freiberger-Plateau und L. pectoralis, ist seit vielen Jahren in der  Region nicht mehr angetroffen worden. In der neusten nationalen Roten Liste sind beide Arten in der Kategorie « Vom Aussterben bedroht (CR) » aufgeführt. 

2008: Erste Beobachtungen von Pieris mannii auf der Alpenordseite 
In der Schweiz ist Pieris mannii bis zum Jahr 2008 ausschliesslich vom Wallis und Südtessin, historisch auch von Genf, bekannt. In den letzten Jahren wurde P. mannii in der Genferseeregion wiederentdeckt (Wermeille). Die höchsten Vorkommen wurden knapp über 1000 msm registriert (Wallis).
Am 23.Juli 2008 haben Bernhard Jost sowie Hanspeter und Sebastian Wymann im unteren Simmental (BE) zufälligerweise Pieris mannii nördlich der Alpen gefunden. Der dortige Lebensraum entspricht den bereits vom Wallis her bekannten Habitaten: Ein xerothermer, teils locker bewaldeter Kalkabbruch. In den folgenden Tagen stellte sich heraus, dass dort eine kräftige Population von Pieris mannii heimisch ist.
Ende Juli fand H.P.Wymann die Art in grosser Zahl an seinem Wohnort, in Jegenstorf, in der Nähe von Bern. Gleichzeitig wurde die Art in Wimmis BE, in Thun BE, in der Stadt Bern und an weiteren Orten im Berner Mittelland nachgewiesen. Am 2.8.2008 fand Ruedi Bryner die Art in Biel, am Jurasüdfuss, und am 3.8.2008 konnten Jost und  Ziegler die Art im Kanton Solothurn finden (Lohn, Solothurn, Olten). Nachträglich erhielten wir von Wermeille die Meldung, dass er im Mai 2008 Pieris mannii bei Genf und im Juli 2008 im Solothurner Jura beobachtet habe. Im Jahr 2001 fand Bordon Pieris mannii am Südfuss des französischen Juras (Croset, pays de Gex, F-Ain). 2005 wurde die Art seit 1918 erstmals wieder im Kanton Genf nachgewiesen (Gilles Carron), und 2006 schliesslich fand sie Wermeille im Waadtländer Jura

Die inzwischen vorliegenden Belege der Pieris mannii aus dem Schweizer Mittelland zeigen die Aspekte der Pieris mannii alpigena, sie entsprechen also der Unterart, wie sie auch in Südfrankreich und im Wallis vorkommt. Dass Pieris mannii die hohen Walliser Pässe überwunden hat und so das Mittelland erreicht hat, ist unwahrscheinlich. Genauso können wir die Annahme ausschliessen, Pieris mannii sei bisher im Jura und im Mittelland übersehen worden. Besonders wertvoll sind die Beobachtungen im westlichen Genferseegebiet. Dies untermauert die Hypothese, Pieris mannii habe sich im Hitzesommer 2003 von Südfrankreich aus entlang der Rhone nordwärts bis in die Region Genf ausgebreitet. Die weitere Ausbreitung entland des Juras und im Mittelland dürfte erst später erfolgt sein, vermutlich zwischen Herbst 2007 und Frühling 2008. Die Ausbreitung im Mittelland wird begünstigt, weil Pieris mannii im Siedlungsgebiet ein Ersatzhabitat gefunden hat, das seinem ursprünglichen Lebensraum weitgehend entspricht: Die dort festgestellte Raupennahrungspflanze Iberis sempervirens ist in den Vorgärten reichlich vertreten, und die Häuser und Gartenbepflanzungen entsprechen seiner Vorliebe für felsige, xerotherme, vegetationsreiche Strukturen.

Text von Heiner Ziegler (mehr Informationen unter http://www.pieris.ch/diagnostik/s_mannii_09.html )
 
 
Vorzeitige Ankunft in der Schweiz der Schabrackenlibelle (Anax ephippiger) 
Vorzeitige Ankunft in der Schweiz der  Schabrackenlibelle (Anax ephippiger) , beobachtet und fotografiert durch Beat Schneider am 4. Mai 2008 in Pfungen ZH. Diese aus Afrika und Westasien stammende Libellenart gehört zu einer sehr mobilen, wandernden Art, welche in der Schweiz zwischen Mai und Juli auftritt und sich während des Sommers in weniger als 3 Monaten entwickeln kann, wenn es die Bedingungen erlauben. Das Schlüpfen dieser Libellenart kann zwischen Ende Juli bis Oktober beobachtet werden. Diese Art kann mit der Kleinen Königslibelle (Anax parthenope) verwechselt werden. Die Beobachtung mit dem Fernglas erlaubt eine Artbestimmung ohne Einfang. Dabei muss bei A. ephippiger auf die genaue Ausdehnung des blauen Flecks am Ansatz des Abdomens, dieser ist kleiner bei A. ephippiger, und auf die beige-braune Färbung der Augen und der Brust geachtet werden.  CSCF, 10. Mai 2008
 
 
Neue Beobachtungen von Rhamnusium bicolor und Ropalopus ungaricus (Coleoptera)
Ulrich Bense konnte im Rahmen des Projekts Rote Liste der Holzkäfer" bei den Felderhebungen im Tessin zwei bis heute auf der Alpensüdseite noch unbekannte Käferarten neu entdecken: Rhamnusium bicolor und Ropalopus ungaricus .
Aufgefunden wurden Schlupflöcher der Larven und Spuren von deren Aktivität. Die Spurensuche ist eine gute Möglichkeit, um diese zwei in der Schweiz seltenen Arten nachzuweisen.
R.bicolor konnte seit 2000 nur zweimal beobachtet werden, in Doréaz VS von Raymond Rausis und in Senèdes FR von André Hayoz.
Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne Nachweis hat Michael Geiser R. ungaricus im Jahr 2007 in Gänsbrunnen SO wieder aufgefunden.

 
Gomphus flavipes (Odonata: Gomphidae) wurde in der Schweiz entdeckt
Im Rahmen eines Auftrags im Zusammenhang mit Planungen für den A98-Abschnitt zwischen Karsau und Wehr haben Holger Hunger und Franz-Josef Schiel das baden-württembergische Ufer des Hochrheins auf ca. 8 km Länge drei Mal nach Exuvien abgesucht. Dabei wurden auf Höhe von Schwörstadt insgesamt drei Exuvien von Gomphus flavipes gefunden. Die Funde verteilten aich auf die drei Befahrungen; je eine Exuvie am 29. Juni, 23. und 27. Juli gefunden. Durch gezielte Nachsuche wurde schliesslich am 9. August auch eine G.flavipes-Exuvie auf der schweizerischen Seite des Hochrheins auf Höhe von Schwörstadt gefunden. Die nicht mehr sehr frische Exuvie hing- von Spinnweben - an einem Bootssteg.


Conocephalus dorsalis (Orthoptera: Tettigoniidae) im Zentralwallis vorgefunden.
Diese kleine, grün-rostrot gefärbte Heuschrecke, besiedelt die Flachmoore. Von C. fuscus, einer sehr ähnlichen Art, unterscheidet sie sich durch die kürzeren Deckflügel. Das Weibchen trägt eine Legeröhre, die nicht gerade, sondern nach oben gekrümmt ist. Von jeher selten in der Schweiz, wird sie in der neuen nationalen Roten Liste der Heuschrecken als vom Aussterben bedrohte Art bezeichnet. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde ein Fund dieser Art von Nestor Cerutti für Martigny erwähnt. Im Rahmen der Feldarbeiten für das Biodiversitätsmonitoring (Indikator Z3) gelang Christian Monnerat im Zentralwallis Conocephalus dorsalis  die Wiederentdeckung der Art. CSCF, 30. Juli 2008


Agrilus derasofasciatus (Coleoptera: Buprestidae) im Kanton Zürich entdeckt
Unsere Gärten beherbergen manchmal ganz unvorhergesehene Arten! Stefan Kohl entdeckte kürzlich Agrilus derasofasciatus , einen kleinen Prachtkäfer von 6 mm Länge, welcher über den Blättern der Rebstöcke in seinem Garten in Uster flog. Die bis heute in der Schweiz bekannten Orte verteilten sich mehrheitlich auf den südlichen Landesteil wie Wallis und Tessin, bekannt waren jedoch auch einige Fundstandorte aus dem Mittelland und vom Jurasüdfuss.
Diese sehr interessante Entdeckung widerspiegelt einerseits den mässigen" Wissensstand über diese Gattung mit ihren kleinen Arten und andererseits die Bedeutung der privaten Gärten für die Entfaltung dieser Spezies. CSCF, 19. Juli 2008


Poecilonota variolosa (Coleoptera : Buprestidae) im Kanton Graubünden wiedergefunden
Dieser sehr mimetische und grosse Prachtkäfer erreicht manchmal eine Grösse bis zu 20mm. Die Aktivitätszeit der erwachsenen Käfer erstreckt sich von Mai bis September. Poecilonota variolosa hält sich auf den besonnten Teilen von vermodernden Baumstämmen der Zitterpappel auf, in welchen er auch seine Entwicklung durchmacht. In allen Teilen der Schweiz nachgewiesen, bleibt sein Vorkommen jedoch selten und lokal. Er wurde im 19. Jahrhundert von Edouard Killias im Gebiet Alten Schyn signalisiert und konnte nun von Christian Monnerat im Rahmen des Roten Liste Projekts der Holzkäfer in der Nähe von Filisur nachgewiesen werden. CSCF, 17. Juli 2008
 

Fundbestätigung der Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) im Kanton Zürich
Der Auftrag von Stefan Kohl und Hansruedi Wildermuth war es, im Rahmen des Biodiversitäts-Monitoring Schweiz Prgramms (Z3) das Vorkommen der Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) im Mittelland zu bestätigen. Diese Nachforschungen erlaubten es einerseits die gesuchte Azurjungfer wieder zu finden, andererseits gelang auch die sensationelle Wiederentdeckung der Zwerglibelle , welche seit 1990 im Kanton Zürich nicht mehr nachgewiesen werden konnte und daher in dieser Region als vermisst galt. CSCF, 3. Juni 2008

Découverte d'une nouvelle population de Nehalennia speciosa en Suisse romande (Odonata: Coenagrionidae) 
Une population de N. speciosa a été découverte en Suisse romande dans une zone inondée en permanence d'un marais sur la rive sud du Lac de Neuchâtel le 19 juin 2007. Cette nouvelle localité est à ce jour la plus occidentale de son aire de distribution. N. speciosa n'avait plus été observée en Suisse après 1990 dans ses localités zurichoises et était considérée comme disparue. Cette découverte illustre à merveille les surprises de taille qui peuvent encore survenir en Europe centrale et ainsi compléter notre connaissance de la distribution d'un groupe d'insectes aussi bien connu que les libellules. A l'échelle nationale, elle relance l'enjeu de la conservation de cette espèce, l'une des plus menacées de Suisse. Un monitoring de cette population sera mis en place de manière à identifier le type et la périodicité de l'entretien le plus favorable au maintien de N. speciosa. Voir l'article

2005: Neue Beobachtung von Argynnis pandora (Rhopalocera) in der Schweiz 
Der im Süden Europas bekannte Kardinal (Argynnis pandora), war immer ein sehr seltener Einwander in der Schweiz, die letzte Beobachtung datiert auf das Jahr 1947 in Sierre (VS). Die Fotographie von Guy Padfield vom 29. Mai 2005 ist demzufolge sehr aussergewöhnlich. Die Art wurde fligend nahe von Blasenstrauch in der Umgebung von Fully (VS) beobachtet. Sie unterscheidet sich von der benachbarten Art Argynnis paphia durch den unteren Bereich ihrer Innenflügel, welcher vor allem rot sind.

Neue Art für die Schweiz: Troglophilus cavicola (Kollar, 1833) [Heuschrecke, Gryllidae]  
Die Höhlenheuschrecke war in der Schweiz bis kürzlich nur von einem Standort bei Brusio GR im Puschlav bekannt. Die Art konnte dort 1983 in einem Gebäude beobachtet werden, wurde jedoch nicht eingefangen  (J. Kohler). Dank gezielten Nachforschungen im Felde konnte an alten Mauern in der Nähe des ursprünglichen Standortes eine kleine Population nachgewiesen werden (H. Bauch, C. Germann & C. Kropf). Diese Heuschrecke ist in den Höhlen der Lombardei östlich des Comersees gut vertreten (Banti et al. 1991), in den Höhlen des Tessins gelang aber bisher kein Nachweis.
 
Vier neue Köcherfliegenarten für die Schweizerfauna 
Im Rahmen der Aktualisierung der Roten Listen der Wasserorganismen sind vier neue Köcherfliegenarten zum ersten Mal in der Schweiz nachgewiesen worden. Es handelt sich dabei um Anabolia furcata Brauer, 1857, die im Jahre 2001 im Walensee entdeckt wurde (V. Lubini, LR), Leptocerus lusitanicus (McLachlan, 1884), entdeckt 2004 im Rhein (H. Vicentini, LR), Oecismus monedula (Hagen, 1859) beobachtet namentlich in einer Quelle in der Region Perlen im Jahre 2002 (V. Lubini & H. Vicentini) und Polycentropus schmidi Novak & Botosaneanu 1964, aufgefunden 2004 in der Sense (P. Stucki, LR).
 

Anacridium aegyptium (Linné, 1764) retrouvée au Tessin
Après plus de 50 ans sans observation, une femelle de Criquet égyptien a été découverte à Morbio superiore TI, le 20.3.2004 (N. Patocchi). Une larve a de plus été découverte à Castel San Pietro TI, le 18.8.2004, dans une carrière (C. Roesti, LR). Deux adultes ont encore été retrouvés non loin, le 2.10.2004 (M. Roesli). Cette espèce, en marge septentrionale de son aire de répartition, a ainsi réussi à passer l'hiver et à se reproduire sur le territoire tessinois. Les individus observés occasionnellement au Nord des Alpes résultent quant à eux d'introductions fortuites, par les transports de fruits et légumes en provenance du sud de l'Europe (Bellmann & Luquet 1995). LJ 



Leucorrhinia caudalis (Charpentier, 1840) [Odonata] 
Un mâle de Leucorrhine à large queue a été découvert le 10.7.2004 à l'étang de Hinterriet à Pfyn TG (D. Hagist). Autrefois bien répandue dans les plans d'eau oligo-mésotrophes à végétation flottante de l'est du Plateau suisse (Meier 1989), cette espèce n'occupe plus que quelques stations dans la vallée de la Reuss. Elle est menacée de disparition dans la majeure partie des pays d'Europe centrale. Relativement précoce, elle est à rechercher au cours des mois de mai et de juin. LJ


Mesosa curculionoides (Linné, 1761) [Coleoptera Cerambycidae] retrouvée en Valais 
Autrefois connue de la majeure partie du territoire suisse, la Mésose charançon n'avait plus été observé depuis une quarantaine d'années. Elle vient toutefois d'être retrouvée, le 9.6.2004 dans une tillaie sur éboulis à Dorénaz VS (A. Burri, LR). Ce petit longicorne très polyphage colonise avant tout des branches mortes de feuillus. De moeurs crépusculaires à nocturnes, il est très rarement observé dans la nature mais peut être détecté par la récolte et la mise en élevage de branches mortes (Robert 1997). LJ


Palmar festiva (Linné, 1767) [Coleoptera Buprestidae] im Jura beobachtet  
Palmar festiva (Wacholderprachtkäfer) konnte am 10.06.2004 am Fusse des Juras in den Garides (Felsensteppen) von Rièdes bei Cornaux NE (Yves Gonseth) und von Les Rochettes bei Neuveville BE (Christian Monnerat) neu nachgewiewsen werden. Diese wärmeliebende Art vollbringt ihren Lebenszyklus normalerweise auf geschwächten Wachholderbüschen. Es scheint jedoch, dass diese Art sich neuerdings auch auf der Thuja entwickeln kann. Dabei kommt es zu Schäden am Strauch. Eine gezielte Suche könnte mehr Licht in dieses Phänomen bringen. Nach unserem Kenntnisstand ist diese Art in der Schweiz weiterhin nur lokal verbreitet und bleibt selten.


Phymatodes pusillus (Fabricius, 1787) [Coleoptera Cerambycidae] 
Le Phymatode minuscule n'était connu de Suisse que de deux observations, en 1948 au Val Lavizzara à Fusio TI (Allenspach 1973) et en 1949 à la Chassagne d'Onnens VD. Plusieurs individus ont été retrouvés en 2004 à Meride TI, les 20.5 et 10.6 (C. Pradella, LR). Les adultes se trouvent d'avril à mai sur les branches des chênes, sous l'écorce desquelles se développent les larves (Bense 1995). LJ


Trachypteris picta (Pallas, 1773) [Coleoptera Buprestidae]
Après 40 ans sans observation dans notre pays, le Mélanophile tacheté a été redécouvert simultanément le 7.6.2004 dans des clairières au Moulin-de-Vert à Cartigny GE (G. Carron) et en bordure d'une saulaie alluviale dans le Vallon de l'Allondon à Russin GE (C. Monnerat, LR). Outre le canton de Genève, T. picta était aussi anciennement mentionné du Valais, entre Viège et Martigny. L'espèce utilise généralement les peupliers ou le Saule blanc pour se reproduire (Brechtel & Kostenbader 2002). LJ
Neue Art für die Schweiz: Acrotylus patruelis (Herrich-Schäffer, 1838) [Heuschrecke, Acrididae] 
Ein Weibchen dieser tropisch-afrikanischen Art konnte am 30.8.2003 im Maggiadelta bei Locarno TI beobachtet werden (E. Sardet, LR). Mit dem Auffinden von Larven und Adulttieren im August 2004 (E. Sardet, C. Roesti) konnte nachgewiesen werden, dass sich die Schlanke Ödlandschrecke dort erfolgreich fortgepflanzt hat. Zwei weitere Populationen konnten zudem im August 2004 in den Randgebieten von Rebbergen bei Chiasso TI (C. Roesti, LR) und  in einem Steinbruch bei Arzo TI (A. Conelli, LR) festgestellt werden. Die überheissen Bedingungen von 2003 haben es dieser Heuschrecke erlaubt, ihr Verbreitungsgebiet gegen Norden auszudehnen. Diese Art wurde zudem Ende September 2003 bei Nürnberg D entdeckt, wo eine passive Einschleppung vermutet wird (Pankratius 2004).
 
Neue Art für die Schweiz:  Nustera distigma (Charpentier, 1825) [Käfer, Cerambycidae] 
Ein Individuum dieses Bockkäfers konnte am 3.5.2003 bei Mergoscia TI, im Val Verzasca gefangen werden (R. Graf). Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Art liegt auf der Iberischen Halbinsel. Diese Art entwickelt sich auf den Eichen und besitzt ein paar isolierte Vorkommen in Südfrankreich (Villiers 1978). Die Existenz einer Reliktpopulation im Tessin ist möglich, muss jedoch noch bestätigt werden. Da die Distanz zwischen den nächsten Vorkommen in Frankreich und Mergoscia 400 km beträgt, bleibt als einzige Hypothese eine zufällige Einschleppung übrig. Um den Status dieser Art in der Schweiz klar zu stellen, sind gezielte Nachforschungen in den Eichenwäldern des Val Verzasca wünschenswert.
 
 
Auswirkungen der Witterung der Saison 2003 für Lampides boeticus (Linnaeus, 1767), Cupido alcetas (Hoffmannsegg, 1804) und C. argiades (Pallas, 1771) [Lepidoptera Lycaenidae] 
Kein Wissenschaftler hätte den grossen Zustrom von Vanessa cardui oder Moro-Sphynx 2003 verfehlen können. Die extremen meteorologischen Bedingungen im Frühling und Sommer 2003, erlaubten es anderen Arten viel diskreter in die Schweiz einzudringen oder ihre Arealstaaten aus zu bauen. Was die Einwanderer betrifft, L.boeticus wurde in vielen Regionen beobachtet. Vor allem im Norden des Landes, wo er nur sehr sporadisch auftauchte. Nach den ersten Beobachtungen im Vallis Mitte Juni (R. Imstepf), wurde Lampides beoticus im Juli im Süden des Landes (TI; GE) ermittelt, bevor er dann auch ende des Monates im Mittelland und am Fusse des Jura entdeckt wurde. Seine Vermehrung hat auf Ziersträuchern wie Colutea arborescens und Latyrus latifolius in Hauterive NE, Neuenburg NE, La Neuveville BE et Bienne BE (L. Juillerat, C. Monnerat). im Norden des Landes statt gefunden. Ein letztes Individuum ist noch am 29.09. in Rovio TI (M.Pollini), beobachtet worden. Nach unserem Wissen ist die Art im Jahr 2004 in der Schweiz nicht mehr gefunden worden.
Betreffend den gebietsfremden Arten, C.alcetas hat sein Territorium auf den Nord-Osten, auf das Plateau am Fuss der Jurakette auf über 100km (Juillerat 2004) erheblich erweitert. Früher im Vallis und in Genf limitiert, hat der Cupido alcetas erreicht, in der Region Biel im Jahre 2003, 3 Generationen zu etablieren. Darüber hinaus hat er den Winter 2003-2004 mit Erfolg neu besiedelt. Weitere Erörterungen sollten den Umfang der Kolonisation im Osten des Kantons Bern fördern, wie auch die Ausdauer der neu installierten Bevölkerung.
In geringem Umfang, C.argiades hat auch vom Jahr 2003 profitiert um einen Teil des verlorenen Gebietes in den letzten Jahrzehnten wieder zu gewinnen. Allerdings hat sich der Cupido argiades vom Genfer Bassin bis nach Yverdon VD verbreitet (E. Eermeille;C. Monnerat; M. Pittet). Im Süden der Alpen ist er in der Region Locarno TI (L.Juillerat) und im Val Poschiavo GR (Y. Gonseth, C. Monnerat) nach mehreren Jahrzehnten ohne Beobachtung, wiedergefunden worden. Er ist im Jahr 2004 neben den traditionellen Hochburgen in Genf nur in Ollon VD (R. Delarze, BDM Z3), Fully VS (J. Fournier BDM Z3) und Weil am Rhein D, direkt bei der Baslergrenze (C. Rust) entdeckt worden.
 

Metrioptera roeselii (Hagenbach, 1822) [Orthoptera Tettigoniidae]
La Decticelle bariolée a été découverte le 4.9.2003 en diverses stations du Val Mesolcina, aux environs de San Bernardino 1600-1630 m et à Pian San Giacomo 1180 m, sur la commune de Mesocco GR (B. Keist). En septembre 2004 une vingtaine d'adultes ont été retrouvés à Pian San Giacomo. Des recherches ciblées en aval de Soazzo GR et dans le Val Blenio TI se sont par contre révélées vaines. Les milieux où cette espèce a été observée sont très éclectiques: pâturage maigre, nardaie, prairie humide et végétation rudérale en bordure de ruisseau (Keist 2004). Ces observations incitent à être très attentif à tout nouveau contact avec M. roeselii ou M. fedtschenkoi minor au sud des Alpes, les deux étant potentielles. LJ

 

Aiolopus thalassinus (Fabricius, 1781) retrouvée sur le Plateau
L'Oedipode émeraudine, qui avait disparu du Plateau suisse depuis le 19e siècle, a été retrouvée en août 2003 dans diverses stations genevoises (E. Wermeille, G. Carron, LR). Un secteur revitalisé dans les alluvions du Rhône à Russin accueillait même jusqu'à 50 individus le 26.8.2003. L'espèce s'y est de plus très probablement reproduite, puisque quelques individus ont été retrouvés le 12.8.2004 (G. Carron, LR). Cette oedipode, liée aux milieux alluviaux a bénéficié de la canicule de l'été 2003 pour reconquérir ses anciens bastions genevois. L'avenir nous dira si les milieux actuels permettent une installation durable. LJ


Découverte d'une nouvelle population de Stenobothrus stigmaticus (Rambur, 1838)
La présence du Sténobothre nain n'a été mise en évidence que très récemment en Suisse, dans quelques stations du canton du Jura (Wermeille 1995). Une nouvelle population a été découverte au cours de l'été 2003, à Brot-Plamboz NE, dans la Vallée des Ponts-de-Martel (E. Wermeille, LR). L'espèce y colonise un bas-marais résultant de l'exploitation des tourbières. Cet élément euro-sibérien compte ainsi aujourd'hui 3 populations isolées dans notre pays, puisqu'une des populations initialement découvertes semble éteinte. LJ


Carcharodus lavatherae (Esper, 1783) [Lepidoptera Hesperiidae] redécouverte au tessin
L'Hespérie de l'Epiaire vient d'être redécouverte dans le sud du Tessin, plus de 30 ans après les dernières observations sur le versant sud des Alpes. Des individus ont été capturés en 2003, le 23.5 à Meride 570 m, le 20.6 à Muggio 1000 m et le 21.6 à Cabbio 1200 m (N. Patocchi). Cette espèce liée aux garides apprécie les terrains au sol maigre parsemés de rocailles. Elle a disparu de la majeure partie des régions de Suisse, à l'exception du Valais entre Fiesch et Martigny. Elle n'a plus été retrouvée au pied de la chaîne jurassienne depuis 1952, sur le Plateau depuis 1934 et au Nord des Alpes depuis 1909. LJ


Agrilus viridicaerulans Marseul, 1868 [Coleoptera Buprestidae]
Cet agrile n'était connu en Suisse que de deux mentions antérieures à 1970, en Valais central et en Basse Engadine. Une petite population a été découverte le 13.7.2003 dans le Vallon de l'Allondon à Russin GE sur des massifs de ronce, sa plante hôte (C. 

 
Dicerca berolinensis (Herbst, 1779) [Coleoptera Buprestidae] 
La découverte du Dicerque berlinois le 24.5.2003 à Arlesheim BL (S. Barbalat) constitue la première mention de l'espèce pour la zone biogéographique du Jura. Ce bupreste n'était auparavant connu que de rares stations du Plateau, du Valais, Chablais vaudois et Tessin (Pochon, 1964) et n'avait plus été observé en Suisse depuis 1914! Il effectue avant tout son cycle sur le Charme (Carpinus betulus), mais aussi sur les vieux Hêtres (Fagus sylvatica) (Brechtel & Kostenbader 2002). LJ


Phaenops formaneki Jakobson, 1912 [Coleoptera Buprestidae] 
La découverte du Phénops de Formanek dans le Vallon de l'Allondon à Russin GE le 20.6.2003 représente la première donnée de l'espèce pour le Plateau suisse (C. Monnerat, LR). Ce bupreste à répartition eurasiatique est strictement lié aux différentes espèces de pins (Brechtel & Kostenbader 2002). Ce taxon était anciennement connu du Valais central et d'Engadine, mais les dernières observations datent d'une quarantaine d'années. LJ 

Leucorrhinia albifrons (Burmeister, 1839) [Odonata] observée à Genève

La Leucorrhine à front blanc est une espèce au bord de l'extinction en Suisse, puisqu'une seule population est encore connue aujourd'hui, au Bois de Finges VS. Un mâle a récemment été observé au Moulin-de-Vert à Cartigny GE (Carron 2002). Un immature a de plus été observé dans le Vallon de l'Allondon à Russin GE le 18.5.2003 (C. Monnerat). Cette observation laisse supposer qu'il existe bel et bien une population de cette très rare espèce dans les environs, sur territoire genevois ou en France voisine. LJ


Pezotettix giorniae (Rossi, 1794), première mention pour le Palteau suisse
Une petite population de Criquet pansu a été découverte à Mies VD le 20 août 2002 (E. Wermeille, LR). Cette observation, réalisée sur un talus de voie ferrée, constitue la première mention de l'espèce pour le Plateau suisse. De distribution atlanto-méditerranéenne, elle n'atteint notre pays que dans le sud du Tessin. Quelques anciennes mentions valaisannes n'ont pas pu être confirmées récemment. Les populations les plus proches se situent à notre connaissance dans le nord du département français de la Drôme, à plus de 150 km. LJ


Agrilus derasofasciatus Lacordaire, 1835 [Coleoptera Buprestidae]
L'Agrile de la Vigne a été capturé le 19.7.2002 au Mont d'Ottan à Martigny VS, dans la dernière station de Vigne sauvage de Suisse (J. Gremaud, T. Heger, E. Rey). En 2004, il a également été retrouvé dans une vigne à Brig-Glis VS le 15.6 et dans une zone alluviale à Semione TI le 9.8 (C. Monnerat). Ce petit bupreste était autrefois bien connu des vignobles de la Vallée du Rhône (Pochon 1964), où il s'attaquait aux rameaux dépérissant des plants de vigne cultivée. Il n'avait plus été capturé dans notre pays depuis 1964. Des recherches ciblées devraient permettre de clarifier son statut dans les différentes régions viticoles. Inoffensif sous nos latitudes, il peut causer des dégâts dans les vignobles du sud de l'Europe (Schaefer, 1949). LJ



Anthaxia manca (Linné, 1767) [Coleoptera Buprestidae] 
Des adultes d'Anthaxie mutilée ont été observés dans le Vallon de l'Allondon à Russin GE, les 16 et 17.5.2002, en lisière de forêt sur les feuilles de sa plante hôte (C. Monnerat, LR). Ce bupreste n'avait plus été signalé dans notre pays depuis 30 ans. Il se développe sur les ormes affaiblis bien exposés. Les anciennes mentions concernent la plupart des régions basses de Suisse (Pochon 1964). LJ


Auftauchen von Cacyreus marschalli (Butler, 1898) [Lepidoptera Lycaenidae] in der Schweiz  
Der Pelargonien-Bläuling, mit Ursprung in Südafrika, wurde in Europa erstmals im Jahr 1990 auf Mallorca entdeckt (Eitschberger & Stamer). Er ist höchstwahrscheinlich im Wurzelwerk von Ziergeranien eingeschleppt worden. Seine rasante Zunahme auf dem ganzen Kontinent führte dazu, dass er im Jahre 2002 auch unser Land erreichte. Eine erste Beobachtung gelang erstmals im August 2002 auf der Piazza Grande in Locarno TI (A.Arcidiacono). Ein stark verwittertes Individuum wurde zudem am 05.07.2003 in der Stadt Locarno beobachtet und später am 23 und 24.07.2003 zusätzlich mehrere frisch geschlüpfte Individuen (Aistleitner 2003). Seither sind mehrere Individuen, auch Larven, in Rovio TI zwischen dem 02.08.2004 und dem 17.10.2004 beobachtet worden (M.Pollini).


Ephemera lineata Eaton, 1870 découverte dans le lac de Thoune 
Des larves d'Elineata ont été découvertes pour la première fois en Suisse, dans le lac de Thoune les 11.6 et 13.8.2002 (P. Stucki). Autrefois connu en divers endroits du Plateau suisse, cet éphémère n'avait plus été observé depuis 1928, à l'exception de 2 mentions récentes, sur la rive sud du lac de Neuchâtel et à proximité du lac de Lugano. E. lineata est un habitant des grandes rivières et des lacs, mais son écologie reste très mal connue. Dans le lac de Thoune, les larves ont été collectées sur des fonds sableux. En Suisse, comme dans les pays voisins, cette espèce est très rare et menacée de disparition. LJ 

Neue Art für die Schweiz: Coenagrion scitulum (Rambur, 1842) [Libelle, Coenagrionidae) 
Zwei Individuen der Gabel-Azujungfer in Paarung konnten am  24.5.2001 auf dem Alten Rhein bei Diepoldsau SG, an der Grenze zu Österreich beobachtet werden (B. Schmidt). Der Fang eines Männchens gelang am 14.8.2002 bei Porrentruy JU (C. Monnerat). Diese holomediterrane Art zeigt eine deutliche Tendenz zur Ausbreitung in der Region Rhône-Alpes F (GRPLS 2004) wie auch in Belgien (Goffart & Schaetzen 2001). Die der Schweiz nächstgelegenen Populationen befinden sich im Departement des Ain und in der Franche-Comté F (GRPLS 2004, Prot 2001).
 

Nouvelles observations tessinoises de Locusta migratoria (Fabricius, 1781) 
Autrefois répandu dans la majeure partie des zones alluviales des grandes rivières de Suisse, le Criquet migrateur est aujourd'hui proche de l'extinction, du fait des corrections des cours d'eau (Thorens & Nadig 1997). Quelques nouvelles observations ont récemment été réalisées dans le sud du Tessin: en 2001 dans une carrière à Arzo (K. Eigenheer); en 2004 au Monte San Giorgio à Meride (T. Hertach), dans des cultures à Novazzano et Mendrisio (C. Roesti, LR), de même qu'à Stabio (C. Roesti). Par ailleurs, une femelle de la phase grégaire migratrice a été découverte le 21.7.2003 dans un jardin à Affoltern am Albis ZH (H. Cigler). LJ

 
 
Nouvelles observations d'Oedaleus decorus (Germar, 1826) [Orthoptera]
Autrefois bien répandue dans les milieux xérothermophiles du Valais, l'Oedipode soufrée a très fortement régressé. La dernière population est actuellement restreinte au Val d'Hérens. Quelques observations récentes d'individus isolés témoignent des capacités de dispersion de l'espèce: un mâle le 15.9.2001 à Visperterminen VS dans une pelouse steppique (P. Werner), un mâle le 8.8.2003 à Toerbel VS à près de 1700 m (A. Sierro, LR) et un ind. le 28.8.2003 dans une pelouse steppique à Gampel VS (R. Imstepf). La provenance de ces individus reste inconnue. LJ
 

Phaneroptera nana Fieber, 1853
Le chant du Phanéroptère commun a été décelé le 25 août 2001 près d'un parking de Cartigny GE grâce à un détecteur à ultrasons (C. Rösti). L'espèce était toujours présente sur le site en 2004 (G. Carron). L'été caniculaire de 2003 a par ailleurs permis à cette sauterelle de gagner l'agglomération bâloise où de nombreux individus ont été localisés en septembre et octobre dans des jardins en pleine ville (Coray 2003). Une importante population a encore été localisée en septembre 2004, dans une pépinière à Jussy GE (L. Juillerat). Ces observations ont toutes en commun d'avoir été réalisées dans des milieux à végétation arbustive artificialisée. LJ
 

Aiolopus strepens (Latreille, 1804) retrouvée sur le Plateau
Après plus d'un siècle d'absence, une femelle d'Oedipode automnale a été observée à Russin GE, dans le vallon de l'Allondon, le 12.10.2001 (E. Wermeille). Un individu de cette espèce a également été localisé dans une clairière forestière, au Moulin de Vert à Cartigny GE, en août 2004 (G. Carron). Ces observations d'individus isolés laissent espérer une reconquête du territoire genevois depuis les stations de France voisine. Aiolopus strepens n'est pas rare dans le sud du Tessin. LJ


Brenthis daphne (Denis & Schiffermüller, 1775) [Lepidoptera Nymphalidae] au Tessin
Le Nacré de la Ronce a été recensé le 7.6.2001 dans deux stations à Meride TI (C. Monnerat). Ces données confirment définitivement la présence de l'espèce au Tessin, d'où elle avait déjà été signalée en 4 stations entre 1979 et 1983, sans toutefois avoir été collectée ni photographiée. Ce nacré à tendance méridionale étend rapidement son aire de distribution vers le nord (Lafranchis 2000). En Suisse, il s'est largement répandu le long de la chaîne jurassienne durant les deux dernières décennies. Il s'observe avant tout autour des ronciers sur lesquels il butine et pond ses oeufs. LJ


Corymbia erythroptera (Hagenbach, 1822) [Coleoptera Cerambycidae]
Le Lepture à élytres rouges a récemment été découvert le 29.6.2001 dans une lisière herbacée à Tschlin, en Basse-Engadine (R. Graf) et le 21.6.2002 dans la Vallée du Rhin à Tamins (A. Branger, LR). Cette espèce a également été capturée à Hohtenn VS le 8.7.2001 (M. Gilgen). Notons que ce très rare lepture n'avait plus été observé en Suisse depuis 1958. Sa distribution européenne est très fragmentée (Du Chatenet 2000). LJ


Nouvelles stations de Baetis nubecularis Eaton, 1898 dans l'Arc jurassien:
B. nubecularis, l'unique espèce d'éphéméroptères strictement endémique de l'Arc jurassien, n'était connue récemment que de 5 stations du Jura suisse et d'une seule du côté français. Elle vient d'être découverte dans 6 sources: celles du Fleurier à Fleurier NE en 2001, des Blanches Fontaines à Undervelier JU, de la Foule à Moutier BE et de la Serrière à Neuchâtel NE en 2002, de la Lionne à L'Abbaye VD et de la Venoge à l'Isle VD en 2003 (P. Stucki). Les larves de cet éphémère ont été découvertes dans les premiers mètres des cours d'eau, là où la température est froide et constante tout au long de l'année. LJ


Choroterpes picteti Eaton, 1871 redécouverte pour la Suisse
C. picteti, autrefois lié aux cours d'eau lents de plaine, était jusqu'à présent considéré comme menacé de disparition en Suisse (Sartori & Landolt 1999), la dernière capture datant de 1971. Des larves ont été capturées en plusieurs stations du le lac de Walenstadt à Quarten SG en 2000 et 2001 (H. Vicentini; V. Lubini, LR) et dans les lacs de Thoune BE et de Brienz BE en 2002 (P. Stucki). L'espèce colonise là des plages de sables et de graviers bien oxygénés. En 2003, elle a été retrouvée dans le lac de Lugano à Gandria TI (V. Lubini, LR), où les larves se développent dans une source sous-lacustre présentant des sédiments propres et une bonne oxygénation. Elle a toutefois disparu du lac Léman après 1955, du fait de l'eutrophisation. LJ
 

Redécouverte de la faune abyssale des grands lacs de Suisse: Pisidium conventus Clessin, 1877 
Des campagnes prospectives effectuées jusqu'à des profondeurs de plus de 200 m ont permis de retrouver une faune abyssale qui n'avait plus été observée dans les grands lacs de Suisse depuis plus de 50 ans. P. conventus vient ainsi d'être redécouvert dans le Léman, les lacs de Brienz, de Neuchâtel (P. Stucki, B. Zaugg, B. Lods-Crozet, LR), de Walenstadt, et des Quatre-cantons (V. Lubini, H. Vicentini, LR). Cette espèce sténotherme des eaux froides des grands lacs est une relique des climats postglaciaires froids. Alors qu'elle colonisait à cette époque la zone littorale, elle a aujourd'hui trouvé refuge dans les eaux les plus profondes. Elle a toutefois durement subi l'eutrophisation des lacs et s'est considérablement raréfiée, disparaissant des lacs de Joux, Majeur, de Zurich et Greifensee. LJ


Pisidium lilljeborgii Clessin, 1886: découverte et redécouverte dans les grands lacs préalpins 
Les récentes prospections ont permis de découvrir P. lilljeborgii dans les lacs de Brienz (P. Stucki, B. Zaugg LR), des Quatre-Cantons et de Walenstadt (V. Lubini, H. Vicentini, LR). Il a également été retrouvé dans le lac de Thoune, 50 ans après la dernière observation (P. Stucki, B. Zaugg, LR). Il n'a par contre pas été retrouvé dans la chaîne jurassienne, dans les lacs de Joux et des Taillères NE. En Europe centrale, cette pisidie colonise exclusivement la zone littorale battue par les vagues des lacs oligo-mésotrophes. LJ 

Neue Art für die Schweiz: Brachypteroma ottomanum Heyden, 1863 [Käfer, Cerambycidae] 
Dieser Bockkäfer wurde in der Schweiz erstmals im Jahre 1999 nachgewiesen (Germann 2000), konnte aber seither an neuen Standorten beobachtet werden: am 11.5.2003 bei Rovio TI (M. Abderalden, LR), am 27.4.2004 bei Vico Morcote TI (C. Monnerat) und am 20.5.2004 bei Meride (C. Pradella, LR). Dieser sehr kleine Käfer mit  ponto-mediterraner Verbreitung besitzt in der Schweiz weiterhin ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet, da alle Fundorte im Sottoceneri liegen. Über die Ökologie dieser Art liegt noch wenig vor, bekannt ist jedoch, dass der Efeu (Hedera helix) zu seinen Wirtspflanzen gehört (Bense 1995).