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Ist ein Biberbau besetzt?

Die Unterscheidung eines Erdbaus in dem Biber leben und einer Fluchtröhre, die nur temporär als Versteck dient, ist nicht immer einfach. Oft findet man nur einen Eingang unter Wasser. 

 Abb. 1 : Baueingang eines Erdbaus. Das Luftloch ist beim roten Pfeil,

Abb. 2 : Baueingang eines Erdbaus rechts des Wurzelstocks. Biber legen
die Eingänge zu ihren Erdbauen gerne unter Wurzelstöcken an, weil das
Ufer dadurch stabilisiert wird.  

Oft kann man jedoch in einem rechten Winkel zum Baueingang ein Luftloch in der Uferböschung oder auf der Böschungsoberkante finden. Dieses Loch kann von Fingerdicke bis zu mehreren Zentimetern Durchmesser sein (Abb. 3 & 4). Ist das Loch gross decken die Biber es gerne mit Ästen ab oder stossen vom Bau her Äste durchs Loch nach oben (Abb 5 & 6).  

Abb. 3: Kleines sichtbares Luftloch. Der Baueingang befindet sich unter dem Baum rechts.  Abb. 4: Tellergrosses Luftloch, das mit Ästen abgedeckt wurde.
Abb. 5: Mit Ästen « getarntes » Luftloch. Die Äste wurden vom Bau her durch das Luftloch gestossen.  Abb. 6: Mit Ästen « getarntes » Luftloch. Die Äste wurden vom Bau her durch das Luftloch gestossen. 

Wie kann man feststellen, ob der Bau besetzt ist?    
Hat man ein Luftloch gefunden heisst das noch nicht, dass der Bau auch besetzt ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dies festzustellen.

  • Durch den Verkehr in und aus dem Bau ist die Gewässersohle vor dem Bau meist schön « sauber ». Totes Pflanzenmaterial oder Schwemmstoffe können sich nicht ablagern und anhäufen und z.B. Kies vom Aushub aus dem Bau oder Erdmaterial, Sand, sind so direkt vor dem Bau immer klar (Abb. 7 bis 12). 
   
Abb. 7: Baueingang unter einer grossen Eiche. Der frische Kies vor dem Eingang verrät, dass der Bau besetzt ist. Abb. 8 : Eingang eines besetzten Erdbaus. Die Zuckerrübe im Eingang verrät, dass der Bau besetzt ist. Hinter den Bäumen befindet sich das Luftloch. 

 

 

 
Abb . 9 : Zone vor einem besetzten Biberbau an einem See (Eingang unter den Eisenbahnschwellen, roter Pfeil). Durch den Verkehr in und aus dem Bau konnten sich am Seegrund keine Algen anheften. 

Abb. 10 : Zone vor einem besetzten Biberbau an einem See.
Der Baueingang befindet sich unter der Eisenbahnschwelle rechts.
Da die Biber mal nach rechts, mal nach links aus dem Bau
schwimmen kann man die Schwimmwege der Biber erkennen,
die nicht von Algen bewachsen sind. 

   
Abb. 11: Eingang eines besetzen Biberbaus an einem Bach. Die Bachsohle vor dem Baueingang ist sandig und weist keine Unterwasservegetation oder tote Blätter auf wie im unteren Teil des Bildes. Abb. 12: Eingang eines besetzten Biberbaus unter einem Wurzelteller an einem kleinen Bach (Biberdamm rechts im Bild). Vor dem Bau liegt frisches Kies, der darauf hindeutet, dass der Bau benutzt wird. 

Besetzte Baue im Winter
Im Winter, wenn die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen kann man einfach feststellen, ob ein Biberbau oder eine Burg besetzt ist. Die aufsteigende warme und feuchte Luft aus dem Biberbau kondensiert und es bildet sich eine « Wasserdampfwolke ». Zudem kann  der Wasserdampf gleich am Luftloch gefrieren und einen Kranz aus Eiskristallen bilden. Auch die Biber kann man gut riechen.

 
Abb. 13: Kleines, nur ca. Fünf Frankenstück grosses Luftloch. Der Eingang des Baus liegt oben im Bild. Bedingt durch die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist die feuchte aufsteigende Luft gefroren.   Abb. 14: Detail desselben Luftlochs in Abbildung 13.
 
 
Abb. 15: Luftloch eines besetzten Biberbaus im Winter.Bedingt durch die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist die feuchte aufsteigende Luft gefroren.  Abb. 16 : Luftloch eines besetzten Biberbaus im Winter. Bedingt
durch die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist die feuchte aufsteigende Luft gefroren. 

 

Innenleben besetzter Erdbaue 
Ist das Loch gross genug kann man in den Bau hineinschauen. Entweder mit einer Taschenlampe erhellen oder mit einer kleinen Kamera Bilder machen. So kann man feststellen, ob frisches Material im Bau ist und ob die Biber ein Nest gemacht haben. Dazu reissen die Biber feine Holzspäne von Ästen ab, die wie Holzwolle einen weichen Untergrund bilden (Abb. 17 und Film). 


Abb. 17: Innenleben eines Biberbaus. Gut zu erkennen sind die frisch abgenagten Äste und die Holzwolle, die die Biber als Nest-Untergrund selber von den Ästen reissen (siehe Film unten). In der oberen linken Ecke führt ein Tunnel zum Baueingang. 


Abb. 18: Besetzter Erdbau eines Einzeltiers. Mit Holzspänen hat sich der Biber den Boden ausgekleidet.

Abb. 19: In der Uferböschung dieses Gangs sieht man nur den Eingang.
Unter dem Boden ist diese Fluchtröhre, in die sich die Biber zurückziehen
um zu fressen. Dies ist kein Wohnbau.