Libellen
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Kenntnisstand: Sehr gut. Zahlreiche weiterführende Literatur vorhanden.
Anzahl nachgewiesene Arten: 80 (Arten und Unterarten) (Artenliste auf Anfrage erhältlich!)
Hinweis: Calopteryx splendens xanthostoma, Lestes macrostigma und Ischnura genei gehören nicht zur Schweizer Fauna.
Anzahl heimische Arten (autochthon): 76 (Artenliste auf Anfrage erhältlich!)
Anzahl Arten auf der Roten Liste: 26, d.h. 36% der 72 berücksichtigten Arten
Ökologische Merkmale: Die Libellen pflanzen sich in den Fliess- und Stehgewässern von der Ebene bis auf 2750m fort. Wandernde Individuen bis auf 3000m hinauf beobachtet werden.
Hauptsächliche Gefährdungen:
- Fortsetzung des Ausbaus der Drainagen und der Instandstellung von alten Drainagen in den Flach- und Hochmooren
- Verbauung und Begradigung der Seeufer und Ufer der Fliessgewässer
- Eutrophierung der Gewässer und der Moore durch Düngemittel der Landwirtschaft
- Zerstörung der Fortpflanzungsgewässer durch Trittschäden des Rindviehs
- Natürliche Verlandung der Gewässer durch sukzessives Pflanzenwachstum
- Fischbesatz und willkürliche Aussetzungen in kleinen Stehgewässern
Kontaktperson am CSCF: Christian Monnerat, christian.monnerat[at]unine.ch
Rote Liste
Erste Fassung (1987)
Die erste Rote Liste war Bestandteil des Verbreitungsatlas’ der Libellen der Schweiz (Maibach & Meier, 1987). Diese Liste ist zusammen mit der im gleichen Jahre erschienen Roten Liste der Tagfalter der Schweiz das erste solche Dokument auf Schweizer Ebene für eine Artengruppe der Wirbellosen. Als Grundlage zur Einschätzung der Arten dienten die 25'598 Datenbankeinträge des CSCF. Die für die Vergabe der Gefährdungsstufe kamen folgende Kriterien zum Tragen (p. 214) :
- Anzahl und Zustand der Standorte mit Vorkommen der Art seit 1970.
- Entwicklung der Situation seit dem Forschungsbeginn über unsere Fauna.
- Gefährdungen der Lebensräume in Abhängigkeit des Trends der letzten 50 Jahre.
- Eigenheiten der Ökologie der Art.
Zweite Fassung (1994)
Die zweite Version erschien 1994 (Maibach & Meier in Duelli et al.) und zeigt nur wenige Veränderungen. Zur Beurteilung konnten zusätzlich circa 6300 aus der Datenbank des CSCF beigezogen werden, welche in den Jahren 1987 bis 1993 zusammen kamen.
Rote Liste 2002
Nächste Rote Liste ab 2012
Gemäss dem vom BAFU vorgesehenen Programm zur Aktualisierung der Roten Listen ist eine Aktualisierung der Roten Listen der Libellen aus dem Jahre 2002 (Gonseth & Monnerat 2002) ab dem Jahre 2012 geplant. In einem ersten Schritt wird es nötig sein, weitere noch brach liegenden Daten und neue Sammlungsdaten der Museen zu erfassen. Die Felderhebungen sind für die Jahre 2012 bis 2014 geplant und die neue Rote Liste soll im Jahre 2015 erscheinen.
Wichtige Dokumente zum Herunterladen
-Protokoll
-Gültigkeitsüberprüfungen
-Informationsanlass LR Odonata (31.3.2012)
-critères UICN, analyses LR et sélection des carrés (2012-2015)
Schutz und Erhaltung
Arbeitsgruppe zum Schutze der Libellen der Schweiz (GTPLS)
Auf Initiative von Daniel Küry und Hansruedi Wildermuth wurde 2007 die Arbeitsgruppe zum Schutze der Libellen der Schweiz (GTPLS ) gegründet). Hauptziel dieser Gruppe ist die Bereitstellung von Dokumenten über den Schutz und die Erhaltung der Libellen und ihrer Lebensräume für die verschiedenen and der Umsetzung beteiligten Akteure. Gemeinsam mit Pro Natura hat die Arbeitsgruppe im März 2009 eine Dokument mit dem Titel „Schutz und Erhaltung der Libellen“ veröffentlicht.
Informationen über die Aktivitäten dieser Gruppe können bei folgender Kontaktadresse eingeholt werden: daniel.kuery[at]lifescience.ch
Artenschutzblätter
In Ergänzung zur neuen Roten Liste sind auf Initiative des BAFU Artenschutzblätter besonders gefährdeter oder beispielhafter Arten erstellt worden. Sie liefern praktische Informationen über die Ökologie der jeweiligen Art und die möglichen Schutzmassnahmen für ihren Lebensraum. An deren Erarbeitung waren verschiedenen Autoren beteiligt. Die Dokumente sind in deutscher und französischer Sprache erhältlich. Diese Blätter sind seit 2003 auf der Homepage des CSCF abrufbar.
Auf Anregung von Daniel Küry und Hansruedi Wildermuth hat das BAFU 2009 einer Aktualisierung der vorhandenen Broschüren und der Schaffung von neuen Merkblättern für Arten mit nationaler Priorität zugesagt. Die bestehenden Dokumente wurden inhaltlich neu überarbeitet und gegebenenfalls mit neu gewonnenen Erkenntnissen ergänzt.
Literaturhinweis
- Askew R.R. 2004. The dragonflies of Europe. Harley Books. 308 p.
- Dijkstra K.D. & Lewington R. 2006. Field guide of the Dragonflies of Britain and Europe. Britishwildlife publishing. 320 p.
- Dijkstra K.D. & Lewington R. 2007. Guide des libellules de France et d’Europe. Delachaux & Niestlé. 320 p.
- Duelli, P. 1994 : Listes rouges des espèces animales menacées de Suisse. Office fédéral de l’environnement, des forêts et du paysage, OFEFP, Berne. 97 p.
- Gerken B. & Sternberg K. 1999. Die Exuvien Europäischer Libellen (Insecta Odonata). Arnika & Eisvogel, Hoxter und Jena. 354 S.
- Heidemann H. & Seidenbusch R. 2002. Die Libellenlarven Deutschlands. Tierwelt Deutschlands. Goecke & Evers, Keltern. 328 S.
- Maibach, A. & Meier, C. 1987. Atlas de distribution des Libellules de Suisse (Odona-ta) (avec Liste Rouge). Documenta faunistica helvetiae 3 : 231 p.
- Maibach A. 1989. Clé de détermination illustrée des Libellules (Odonata) de Suisse et des régions limitrophes. Bulletin romand d’Entomologie 7 : 31-68.
- Sternberg, K. & Buchwald, R. 1999. Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1. Ulmer, Stuttgart. 468 p.
- Sternberg, K. & Buchwald, R. 2000. Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2. Ulmer, Stuttgart. 712 p.
- Wildermuth, H., Gonseth, Y. & Maibach, A. 2005. Odonata. Les Libellules de Suisse. Fauna Helvetica 11. ISBN 2-88414-023-9
- Wildermuth, H., Gonseth, Y. & Maibach, A. 2005. Odonata. Die Libellen der Schweiz. Fauna Helvetica 12. ISBN 2-88414-024-7
Links :
- Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO), http://www.libellula.org/
- Société française d’Odonatologie (SFO), http://www.libellules.org
Ausbildung / Information:
- CAS_Macozoobenthos : Nachdiplom-Ausbildung und „à la carte“ Kurse über die aquatischen Organismen. ZHAW-Wädenswil und hepia Genève http://www.zhaw.ch/nc/de/zhaw/weiterbildung/programme-nach-abschluss/programme-nach-abschluss.html?i=N33193&gu=0
Jahrestreffen der Odonatologen
Diese informelle Gruppe trifft sich seit 1987, das Jahr der Entstehung der ersten Datenbank für Libellen. Diese Daten führten dann auch ur Veröffentlichung des ersten Verbreitungsatlas’ der Libellen der Schweiz. Das Treffen dient dem Austausch von Informationen und der Präsentation der Resultate von Untersuchungen und Entdeckungen. An dieser Veranstaltung können alle interessierten Personen, ob Einsteiger oder Kenner, teilnehmen.Siehe auch Notiz von Alain Maibach: Arbeitsgruppe Odonatologen der Schweiz die im Bulletin der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft erschienen ist (82 (1-2) : 121). Kontaktadresse für weitere Informationen: secretariat.cscf[at]unine.ch
Meldung ihrer Beobachtungen:
-Webfauna
-Datenvalidierung