Fermer

Die Heuschrecken und Grillen (Orthoptera)

Kenntnisstand: Sehr gut. Zahlreiche weiterführende Literatur vorhanden.

Anzahl nachgewiesene Arten: 115 (Artenliste auf Anfrage erhältlich!)

Anzahl heimische Arten (autochthon): 108 (Artenliste auf Anfrage erhältlich!)

Anzahl Arten auf der Roten Liste: 40, d.h. 39% der 105 berücksichtigten Arten

Ökologische Merkmale: Die Mehrzahl der Arten sind an Wiesen und Weiden gebunden und besiedeln vorwiegend die trockenen, mageren Rasen und Weiden und ihre Kleinstrukturen wie offene Stellen, Steinhaufen, Felsanrisse. Mehrere Arten haben eine Vorliebe für Feuchtgebiete und bewohnen Flach- und Hochmoore, andere wiederum zeigen Pionierverhalten und entwickeln sich in den dynamischen und offenen Stellen der Auengebiete. Einige Arten leben im Wald oder in waldähnlichen Lebensräumen und sind dort an die Strauchschicht und das Unterholz gebunden. Das Vorkommen der Arten reicht von der Ebene bis hinauf zur nivalen Stufe auf 3100 m. Es handelt sich hier um eine Artengruppe mit hohem Stellenwert als Bioindikator für die offenen Lebensräume dank ihrer Bindung an die Vegetation.

Hauptsächliche Gefährdungen:          
- Zerstörung der Lebensräume durch Siedlungsbau
- Nutzungsänderung von Mähwiesen und Weiden
- Bewässerung von Trockenwiesen und Trockenrasen
- Zuwachsen von Lebensräumen wegen Aufgabe der Bewirtschaftung der Ried- und Trockenwiesen
- Fortsetzung der Zerstörung von Flach- und Hochmooren durch Drainage

Kontaktperson am CSCF: Christian Monnerat, christian.monnerat[at]unine.ch


Rote Liste
Erste Version (1994)
Autoren der ersten Roten Liste der Heuschrecken waren Nadig & Thorens mit ihrem Beitrag in der Publikation von Duelli et al. (1994). Zu diesem Zeitpunkt befand sich die entsprechende Datenbank im Hinblick auf den im Jahre 1997 erschienen Verbreitungsatlas der Heuschrecken noch im Aufbau. Für die Beurteilung des Rote Liste Status standen gegen 56'000 Datensätze zur Verfügung. Im anschliessend erschienenen Atlas wurden die zwischenzeitlich in der Schweiz entdeckten Arten neu aufgenommen. Betroffen waren folgende Arten: Platycleis tesselata, Tetrix ceperoi et Stenobothrus stigmaticus.
Rote Liste 2007
Nächste Aktualisierung
Das vom BAFU aufgestellte Programm zur Aktualisierung der Roten Liste sieht eine Revision der Listen alle 10 bis 20 Jahre vor, dies in Abhängigkeit von den Artengruppen. Im Falle der Heuschrecken ist eine Neuauflage der Liste von 2007 (Monnerat et al. 2007) ab dem Jahre 2015 geplant.

Projets associés:
- Biodiversitätsmonitoring: Indikator Z3/Z4

Literaturhinweis
- Baur B., Baur H., Roesti C., Roesti D. & Thorens P. 2006. Sauterelles, grillons et criquets de Suisse. Haupt, Berne, 352 pp. ISBN 978-3-258-07054-4
- Baur B., Baur H., Roesti C., Roesti D. & Thorens P. 2006. Die Heuschrecken der Schweiz.  Haupt, Bern, 352 S. ISBN 978-3-258-07053-7
- Bellmann H. & Luquet G.C. 2009. Guide des Sauterelles, Grillons et Criquets d’Europe occidentale.  Delachaux & Niestlé, 384 pp.
- Coray A. & Thorens P. 2001. Orthoptères de Suisse : Clé d’identification. Fauna Helvetica 5. 236 pp. (épuisé)
- Detzel P. 1998. Die Heuschrecken Baden-Württembergs. Ulmer, Stuttgart. 580 S.
- Harz K. 1969. Die Orthopteren Europas : 1. W. Junk, La Haye, 769 p.
- Harz K. 1975. Die Orthopteren Europas : 2. W. Junk, La Haye, 939 p.
- Harz K. & Kaltenbach A. 1976. Die Orthopteren Europas : 3. W. Junk, La Haye, 434 p.
- Ingrisch S. & Köhler G. 1998. Die Heuschrecken Mitteleuropas. Die Neue Brehm-Bücherei, Band 629. 460 p.
- Ragge D. R. & Reynolds W. J. 1998. The Songs of the Grasshoppers and Crickets of Western Europe. Harley Books, Colchester. 591 p.
- Roesti C. & Keist B. 2009. Die Stimmen der Heuschrecken. Haupt, Bern. 144 S.
- Thorens P., Nadig A. 1997. Atlas de distribution des orthoptères de Suisse. Sauterelles, Grillons, Criquets (Orthoptera), Mante religieuse (Mantodea). Documenta faunistica helvetiae 16: 236 p.

Links :
- Deutsche Gesellschaft für Orthopterologie (DGfO), http://www.dgfo-articulata.de

Ausbildung / Information:
Jahrestreffen
Die Arbeitsgruppe „Orthoptera“ trifft sich alljährlich seit 1991. Sie entstand mit Zusammenhang mit dem Start des Atlasprojekts über die Heuschrecken der Schweiz, das von Philippe Thorens koordiniert wurde. Im Anschluss an die Veröffentlichung des Atlas im Jahre 1997 hat die Gruppe ihre Aktivitäten aufrecht erhalten und in den letzten Jahren organisierten Bruno Keist und Daniel Roesti alljährlich eine Exkursion. Siehe auch Notiz von Philippe Thorens: Arbeitsgruppe  „Orthopteren“ der Schweiz die im Bulletin  der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft erschienen ist (82 (1-2). Kontaktadresse für weitere Informationen: secretariat.cscf[at]unine.ch

Meldung ihrer Beobachtungen:
-Webfauna
-Datenvalidierung