Odonata
Koordination und Projektverantwortliche
Christian Monnerat, christian.monnerat[at]unine.ch
, Yves Gonseth (CSCF), yves.gonseth[at]unine.ch
mit der geschätzten Mitarbeit folgender Personen aus dem Kreis der Schweizer Odonatologen: René Hoess (Bern, BE), Christian Keim (Martigny, VS), Tiziano Maddalena (Gordevio, TI), Alain Maibach (Oron-la-Ville, VD), Claude Meier (Zürich, ZH), Peter Weidmann (Chur, GR) und Hansruedi Wildermuth (Rüti, ZH).
Umsetzungsphase: 1999-2002
Zusammenfassung
Dank dem Projekt Odonata 2000 war es möglich, 40'000 neue Meldungen zu sammeln, wobei nicht nur bekannte Standorte überprüft, sondern auch neue Standorte prospektiv untersucht wurden. Bei mindestens 97'000 Angaben wurde geklärt, welchen Status die Arten in der Roten Liste einnehmen - dies unter Berücksichtigung der neuen, von der IUCN vorgeschlagenen Kriterien (Version 2001). Das BUWAL veröffentlichte die entsprechenden Ergebnisse im Dezember 2002 in seiner Reihe Vollzug Umwelt unter dem Titel «Rote Liste der gefährdeten Libellen der Schweiz». Dieses Publikation ersetzt die Rote Liste von Maibach & Meier (in Duelli 1994).
Resultate (Gonseth & Monnerat 2002 p.36)
Das von der IUCN vorgeschlagene Verfahren für die Ermittlung des Rote Liste Status einer Art verlangt nach quantitativen Kriterien, für deren Umsetzung ein solch hoher Wissenstand und solch hohe finanzielle Mittel nötig sind, dass im Falle der Wirbellosen deren Anwendung auf den ersten Blick nicht realisierbar scheint. Wir sind jedoch der Meinung, dass mit dem hier gewählten Vorgehen ein guter Kompromiss zwischen einer simplen Bewertung aufbauend auf Expertenwissen und der nun geltenden, überaus aufwendigen Prozedur gefunden werden konnte. Die hier vorgeschlagene Lösung, welche eine möglichst breite Berücksichtigung der objektiven" quantitativen Daten bevorzugt, sollte bessere Grundlagen für Vergleichsmöglichkeiten zwischen alten und neuen Listen schaffen und es so erlauben, die gegebenenfalls getroffenen Massnahmen zu Gunsten der Arten und ihrer Lebensräume besser zu erfassen.
Es muss jedoch festgehalten werden, dass mit dem hier ausgewählten Vorgehen, welches dem Verbreitungs- und Besiedlungsareal den Vorrang gibt, die seltenen und/oder an ihrer Verbreitungsgrenze liegenden Arten mehr Gewicht erhalten. Die Tatsache, dass 14 der 26 Arten der neuen roten Liste der Libellen der Schweiz in der Schweiz immer selten gewesen sind, ist ein eindeutiger Beweis dafür. In diesem Zusammenhang muss den Arten speziell Beachtung geschenkt werden, die unabhängig von ihrem Rote Liste Status aufgrund der Resultate einen starken Rückgang aufweisen. Der anhaltende Rückgang von Populationen häufiger Arten ist in der Tat eine Entwicklung, die ebenso besorgniserregend ist wie derjenige von seltenen Arten. Auf der Ebene der Prioritätensetzung im Artenschutz kann dieser Befund von Bedeutung sein. Für die Schweiz ergeben sich daraus folgende Prioritäten im Artenschutz der Libellen:
- In der Schweiz und überall in Europa seltene, stark gefährdete Arten, deren Populationen isoliert oder fragmentiert sind und meist stark rückgängig sind (z. B. Epitheca bimaculata, Lestes virens, Leucorrhinia pectoralis, Ophiogomphus cecilia, Sympetrum flaveolum, Sympetrum pedemontanum)
- Orophile Arten, gefährdet oder nicht, die charakteristisch für anfällige Lebensräume wie Hoch- oder Flachmoore sind (z. B. Aeshna caerulea, Aeshna subarctica, Cordulegaster bidentata, Leucorrhinia dubia, Somatochlora alpestris, Somatochlora arctica)
Erhältliche Unterlagen
Die Rote Liste der gefährdeten Libellen der Schweiz kann gratis bestellt werden unter http://www.bafu.admin.ch/publikationen/index.html. Ausserdem ist sie als pdf-Datei in drei Sprachen verfügbar: [F] [D] [I].
In Ergänzung zur neuen Roten Liste sind Artenschutzblätter besonders gefährdeter oder beispielhafter Arten erhältlich. Sie liefern praktische Informationen über die Ökologie der jeweiligen Art und die möglichen Schutzmassnahmen für ihren Lebensraum.
[F] [D] Calopteryx, alle Unterarten
[F] [D] Ceriagrion tenellum (De Villers, 1789)
[F] [D] Coenagrion mercuriale (Charpentier, 1840)
[F] [D] Epitheca bimaculata (Charpentier, 1825)
[F] [D] Gomphus simillimus Sélys, 1840
[F] [D] Lestes dryas Kirky, 1890
[F] [D] Lestes virens vestalis Rambur, 1842
[F] [D] Leucorrhinia albifrons (Burmeister, 1839)
[F] [D] Leucorrhinia caudalis (Charpentier, 1840)
[F] [D] Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825)
[F] [D] Ophiogomphus cecilia (Fourcroy, 1758)
[F] [D] Sympecma paedisca Brauer, 1877
[F] [D] Sympetrum flaveolum (Linnaeus, 1758)
Neuer Verbreitungsatlas
Im Rahmen dieses Projekts wurden so viele noch unveröffentlichte chorologische und ökologische Daten zusammengetragen, dass es gerechtfertigt erschien, den 1987 erstmals erschienenen Verbreitungsatlas der Libellen der Schweiz neu herauszugeben. Das Werks ist mit den bisher unveröffentlichten Bildern des bekannten Kunstmalers und Naturforschers Paul-André Robert illustriert und wurde 2005 in der Reihe Fauna Helvetica publiziert.
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