Wasserorganismen
Projektverantwortliche
Verena Lubini (Zurich), lubini[at]sunrise.ch
Pascal Stucki (Neuchâtel), pascal.stucki[at]netaquarius.ch
Koordination
Yves Gonseth, yves.gonseth[at]unine.ch
Beschrieb
Ziel dieses Projekts ist, die Roten Listen der Wassermollusken (Turner, Wütrich & Ruetschi in Duelli 1994) sowie der Ephemeropteren (Sartori, Landolt & Zurwerra in Duelli 1994) zu aktualisieren und neue Listen zu den Steinfliegen und Köcherfliegen herauszugeben.
Zur Erfassung der heutigen Fauna werden die Untersuchungsräume so ausgewählt, dass die wichtigsten vorhandenen Habitatstypen abgedeckt sind, egal ob es sich um fliessende oder stehende Gewässer handelt. Da bei diesem Projekt nur eine begrenzte Zahl an geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung steht, ist es besonders wichtig, alle schon vorhandenen Informationen aufzutreiben. Dies gilt im Speziellen für jene Lebensräume, die mittel bis stark verändert oder degradiert sind. Die Gesamtheit aller Angaben sollte Rückschlüsse auf die potentielle Verbreitung der Arten zulassen. Anhand des tatsächlich festgestellten oder abgeleiteten Zustands des Schweizer Gewässernetzes lassen sich somit auch Aussagen über den Gefährdungsgrad machen.
Ausgangsdaten
Das Projekt stützt sich auf sämtliche Daten, die für die Erarbeitung des Atlas der Mollusken (Turner & al 1998) und der Ephemeropteren (Sartori & Landolt 1999) der Schweiz gesammelt wurden, sowie auf alle über die Plecopteren und Trichopteren veröffentlichten Daten, für die Referenzsammlungen vorliegen.
Diese Angaben vervollständigte man aufgrund der Revision der Plecopteren- und Trichopteren-Sammlungen der Schweizer Museen sowie mit Hilfe neu gelieferter Daten freiwilliger Mitarbeiter/innen oder kantonaler Ämter, welche die Wasserlebewesen ihrer Region untersuchen lassen (soweit es die vier erwähnten Gruppen betrifft).
Zu diesen faunistischen Angaben kommen alle verfügbaren biotischen Daten hinzu sowie alle ökomorphologischen Angaben über die bisher untersuchten Fliessgewässer der Schweiz.
Vorarbeiten
Diese Projektphase wurde 2001 umgesetzt und beinhaltete folgende Schritte:
- Testen einer geeigneten Feldmethode, die es einer einzigen Person pro Standort ermöglicht, die Bestände der vier Gruppen (Mollusken, Eintags-, Stein- und Köcherfliegen) qualitativ zu erfassen;
- Nachforschungen in Lebensräumen der Schweiz, in denen die vier Gruppen bisher noch kaum untersucht wurden: drei kühle Seen, acht Quellen, drei kühle mittelgrosse Flüsse und ein Moor.
- Zur Ergänzung des Trichopteren-Inventars der Schweiz wurde in rund dreissig Hoch- und Flachmooren nationaler Bedeutung nach Arten gesucht, die zwingend oder vorzugsweise in sumpfigen Bereichen leben.
Im Bericht 2001 unterstrichen die Projektverantwortlichen folgende Aussagen:
- Die getestete Feldmethode ist sehr effizient und lohnend: Eine einzige Fachperson kann die vier Gruppen sehr gut am selben Tag in allen vorhandenen Kleinlebensräumen eines ausgewählten Standorts untersuchen, ohne dass es dabei zu Ungleichgewichten zwischen den Gruppen kommt;
- Technische Punkte: Für den Fang adulter Steinfliegen ist der Klopfschirm dem Insektennetz oder dem Streifnetz vorzuziehen; für den Fang von Köcherfliegen ist der Einsatz von Lichtfallen unverzichtbar;
- Aus faunistischer Sicht enthalten die Listen, die bei den Erhebungen auf den besuchten Standorten erstellt wurden, einen hohen Anteil an Arten, die in der Schweiz selten sind oder sich zumindest selten beobachten lassen.
Umsetzungsphase
2002-2006. Diese Projektphase ist noch im Gang und wird voraussichtlich innerhalb der gesetzten Fristen abgeschlossen.
Dokumente zum Herunterladen
Feldmethode