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Aktuell  

Die Käferart  Osmoderma eremita (Eremit) in der Region Genf wiedergefunden

Michaël Blanc entdeckte im Jahr 2009 Überreste des Eremits oder Juchtenkäfer (Osmoderma eremita) in der Region Genf, was beweist, dass diese Art im Kanton immer noch vorkommt. Die letzten Beobachtungen aus Genf gehen in das Jahr 1961 zurück, als die Art damals in der Gemeinde Dardagny gefunden wurde. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war diese Art noch im gesamten Mittelland anzutreffen. Nach dem Jahr 2000 konnte dieser Käfer nur noch in einer Lindenallee in der Stadt Solothurn nachgewiesen werden. Er entwickelt sich in alten Hohlräumen von Totholz und ist heute infolge der systematischen Beseitigung von grossen Bäumen mit Hohlräumen einer der am meisten bedrohten Käferarten in der Schweiz und in Europa.

Die Wiederentdeckung dieser emblematischen Art im Kanton Genf illustriert ihre heimliche Lebensweise und die Schwierigkeit sie aufzuspüren. Sinnvoll wäre heute eine Suche in den Kantonen mit bekanntem, altem Vorkommen, namentlich in den Kantonen Basel-Landschaft, Freiburg, Genf, Graubünden, St. Gallen, Solothurn, Tessin, Wallis, Waadt und Zürich. Einzig aktuelle Verbreitungsdaten und die Kenntnis über die sehr selten gewordenen und noch geeigneten Bäume ermöglichen das Ergreifen von erfolgreichen Massnahmen zur Erhaltung dieser Art.

Otiorhynchus grischunensis (Coleoptera, Curculionidae), eine neue Dickmaulrüssler-Art aus dem Graubünden

Bisher nur von drei Fundorten aus den Bündner Alpen (Davos, St. Moritz und Berninapass) bekannt, wurde vor Kurzem eine neue Rüsselkäfer-Art für die Wissenschaft entdeckt und beschrieben. Der neue Bündner Dickmaulrüssler" lebt, wie weitere Vertreter der Gattung, vermutlich polyphag in der Boden- und Laubstreu der Zwergstrauchheide auf der alpinen Stufe (oberhalb von 2000 m ü. M.). Die nächsten Verwandten sind erst wieder im südlichen Apennin, auf der südöstlichen Balkanhalbinsel, sowie in Bulgarien und der Türkei zu finden. Die letzte Beschreibung einer Otiorhynchus-Art aus der Schweiz liegt über 140 Jahre zurück.

Leucorrhinia albifrons  (Östliche Moosjungfer) wieder im Kanton Bern

Die Libellenart Leucorrhinia albifrons war seit jeher in der Schweiz selten und kam lokal im Mittelland sowie in der Zentralschweiz und dem Wallis vor. Seit den 1970-er Jahren konnte sie sich bis heute einzig noch bei Bavois (VD) und im Pfynwald (VS) halten. Daneben wurde die Art noch bis 1978 in Arth-Goldau (SZ) festgestellt. Im Jahre 2000 gelang eine Beobachtung von  L. albifrons bei Cartigny (GE). Das Vorkommen in dieser Region dürfte mit der Einwanderung von Individuen aus dem benachbarten Frankreich zusammenhängen.
Am 30. Juli 2009 beobachtete René Hoess ein Männchen dieser Art in Niederried bei Kall (BE). Die Art galt im Kanton Bern seit einem letzten Nachweis im Jahre 1959 als verschollen. Es kann davon ausgegangen werden, dass es in den kommenden Jahren im Mittelland zu weiteren Beobachtungen kommen wird, die dann schlussendlich zu einer definitiven Besiedlung führen könnten. 

Coenagrion scitulum (Odonata) neu für Kanton Aargau

Am 1. Juli 2009 fand René Hoess im Auschachen bei Brugg AG ein Weibchen von Coenagrion scitulum. Diese Art ist erst seit ein paar Jahren in der Schweiz, namentlich im Pruntruter Zipfel JU und im Grossen Moos BE/FR, heimisch und breitet sich rezent von Südwest- nach Mitteleuropa aus. Besonders Weibchen können auf der Suche nach neuen Ablageplätzen oft weit weg von ihrem Entwicklungsgewässer gefunden werden. Darum sollte speziell auf diese unscheinbaren Tiere geachtet werden.

Onychogomphus forcipatus (Odonata) in Hülle und Fülle im Vallée de Joux

Im Rahmen von Bestandesaufnahmen der Libellen in den Moorlandschaften des Vallée de Joux hat Alain Maibach am 13. Juli 2009 zu seiner Überraschung die Libellenart Onychogomphus f. forcipatus in grosser Anzahl (mehr als 200 Individuen) beobachten können. Die Fundorte der verschiedenen Individuen verteilten sich über eine grössere Fläche entlang der Orbe oberhalb des Lac de Joux. Auf jedem aus der Orbe herausragenden Stein sass (mindestens!) ein Männchen. Bei der Feldbegehung waren die Temperaturen hoch (>28°C) und es blies ein starker Südwind. Diese Art wurde bis jetzt noch nie im Vallée de Joux beobachtet.

Epitheca bimaculata und Leucorrhinia pectoralis (Odonata) in den Freibergen (Franches-Montagnes)

Im Rahmen ihrer Arbeit als Praktikantin im Centre Nature von Cerlatez (Saignelégier JU) hat Magali Crouvezier eine Inventarisierung der Libellen in mehreren Kleingewässern in Moorgebieten der Freiberge durchgeführt. In der Gemeinde Montfaucon (JU), hat sie unter anderem zwei Exuvien von Epitheca bimaculata entdeckt und mehrere Männchen von Leucorrhinia pectoralis beobachtet. Im Falle von E. bimaculata handelt es sich um den ersten bekannten Fortpflanzungsnachweis auf dem Freiberger-Plateau und L. pectoralis, ist seit vielen Jahren in der  Region nicht mehr angetroffen worden. In der neusten nationalen Roten Liste sind beide Arten in der Kategorie « Vom Aussterben bedroht (CR) » aufgeführt.